Samstag, 23. Mai 2015

Meckern und Motzen gehört zum Handwerk!?

Wiking hat seine Juni-Neuheiten bekannt gemacht und schon wird in den einschlägigen Foren heftig debattiert.

Zunächst überrascht, dass die Neuheiten erstmalig (?) auf der Wiking-Homepage und mit dem Newsletter von Wiking bekannt gegeben wurden und nicht, wie meist in der Vergangenheit schon Infos zu Neuheiten vor dem offiziellen Start in den Foren bekannt waren und durchgenudeldet werden konnten!
So soll dass sein!

OK, ich gebe zu, dass ich auch manchmal mit diskutiere. 

Mittlerweile bin ich aber zu der Erkenntnis gelangt, das Wiking Spielzeug-Modelle liefert. Zwar gut gemacht, aber teilweise eben auch aus Formen die mitunter 30 - 50 Jahre auf dem Buckel haben.
Bei solchen Modellen muss zwangsläufig etwas "Improvisiert" werden.
Getreu dem Motto: "Was nicht passt, wird passend gemacht"!

Ich beziehe diese These mal auf die April-Neuheit des Ford Feuerwehr Leiterwagens. Um die Pritsche auf dem Fahrgestell zu befestigen, wurde "unauffällig Auffällig" ;o) eine Europalette in schwarz als Distanzstück verwendet.
Was dem einen Sammler kaum auffällt, stößt dem Vorbild orientierten Sammler sauer auf. "Pfusch" und "Bastelmüll" wird da gezetert.
Dem Nietenzähler ist sogleich die hölzerne Drehleiter und der Blaulichtbalken der unverglasten Ära aufgefallen. 
"Kann es nicht gegeben haben", "Unpassend", "gehört ins Geschichtsbuch des Modellbaus", etc.

Tja, so hat halt jeder seine Sichtweise.

Aktuell werden gerade die beiden Henschel HS 100 Feuerwehren "besprochen". Auch hier wieder die üblichen Kontroversen.

Der Besuch beim Händler meines Vertrauens zeigt hingegen häufig, dass die Modelle bei denen der Hardcore-Sammler sehr Zwie gespalten bis ablehnend reagiert, im Handel ordentlich angenommen werden.

Wie schrieb jemand im Forum:" Die Fachleute dieses Forums sind nicht der Nabel der Wiking-Welt!"
Wohl wahr!

Es muss aber wohl etwas dran sein, wenn im Vorfeld der Auslieferung schon tüchtig Spekuliert und gemosert wird. Gekauft wird dann scheinbar trotzdem?!

Viel interessanter sind für mich die Reaktionen nach dem Kauf.
Wenn es dann zu Problemen und Unstimmigkeiten (meist Qualitätsprobleme) kommt, sollte Wiking mitlesen!
Denn da gehen dann irgendwann enttäuschte Kunden flöten.
Denn nichts ist ärgerlicher, wenn ich mangels Händler in der Nähe online bestelle, per Post geliefert bekomme und die Modelle sind beschädigt, auseinander gefallen, nicht komplett bedruckt (hier soll es ja Spezialisten geben, die genau so etwas suchen! ;o)) oder schief montiert.

Aber bezüglich der Modellwahl, der Zusammensetzung einzelner Komponenten (ich staune immer, was alles zusammenpasst und welche Modelle möglich sind, auch wenn mit einer unauffälligen Europalette nachgeholfen werden muss), der Farbwahl und der Bedruckung ist Wiking m.E. auf einem guten Weg.
Nicht alles muss immer Allen gefallen. Das ist ja das Schöne, dass für Jeden etwas dabei ist.
Die Zeiten, wo "komplett" gesammelt werden konnte sind zumindest für mich vorbei.

So überrascht mich Wiking alle zwei Monate aufs neue und manchmal kommen mehr Modelle in die Sammlung als gedacht.
Bei der Urlaubsträchtigen Sommerauslieferung ist vielleicht der Mercedes 190 drin (der hat im Forum auch schon sein Fett wegbekommen, falsche Räder! ;o)).
Obwohl... die beiden Feuerwehren... sind zwar keine Klassiker..... aber.....

Ihr seht, der Spielzeugsammler hat es viel einfacher!!
Und kann hinterher nur über die evtl. fehlende Qualität meckern! :o)

Beste Grüße und allen ein hoffentlich regenfreies Pfingstwochenende 

Kommentare:

Ermel hat gesagt…

Nunja. Ich bin auch einer derjenigen, die (bei Mo87) über die Henschel-Feuerwehren leise gelästert haben. Überrascht war ich darüber, daß der Spritzenwagen-Aufbau sehr wohl ein Vorbild hat -- man erkennt es nur kaum, denn der Aufbau ist unverglast. So übersieht man leicht das Fenster in der vordersten Tür, das ihn zu einem für damals völlig akzeptablen Modell eines LF 16 in Omnibusbauform macht. Und siehe da: debütiert ist er damals mit einem unverglasten Magirus-Rundhauber, genau dem passenden Fahrgestell also. Dieses Modell darf also im Rahmen des damals Möglichen und Üblichen als gelungen gelten.

"Was dieser Aufbau aber nun auf einem verglasten Henschel zu suchen hat, verstehe ich vermutlich genausowenig, wie es die Wiking-Sammler interessiert", schrieb ich daraufhin bei Mo87. Und dazu stehe ich auch.

Wobei allerdings auch Wiking damals den unverglasten Aufbau mit verglasten Kabinen weiterverwendet hat; und auch weniger passende Kabinen als der Magirus kamen damit zum Einsatz. Insofern ist der "neue" Henschel ja auch wieder in der Wiking-Tradition, das muß ich anerkennen. Gefallen muß es mir deswegen aber nicht -- Kabinenvariationen sind wirtschaftlich unverzichtbar, und unverglast kann man mögen oder nicht, aber unverglast und verglast in einem Modell empfinde ich als Pfusch.

Und wenn damals unter Peltzer diesbezüglich auch schon gepfuscht wurde, ändert das daran nix.

Die beiden *räusper* phantasievollen Drehleitern sind da ein anderer Schnack. Den Henschel finde ich sogar ziemlich schick und war kurz versucht, einen zu kaufen und mit einem filigraneren Leiterpark zu supern. Vielleicht mache ich das sogar. Der Ford erscheint mir hingegen auch "zu gebastelt", vor allem aber wird aus einer Stahlleiter keine Holzleiter, indem man sie braun macht! Und Wiking hatte ja anfangs eine Drehleiter, deren Leiterpark durchaus eher nach Holz aussah: diese hier. Das wäre doch mal nett gewesen! So wirkt die Ford-Drehleiter auf mich etwas lieblos, genau wie der "teilverglaste" Spritzenwagen.

Und das alles völlig unabhängig von Vorbildbetrachtungen! Ich hätte es zum Beispiel sehr sehr cool gefunden, wenn man den Omnibus-LF-16-Aufbau nachträglich verglast hätte. (Die verglaste Isabella wurde doch auch mit A- und B-Säulen nachgerüstet für eine Wiederauflage, wenn ich mich nicht irre?) Oder, und jetzt kommt doch noch was mit Vorbildbezug, wenn man passend zu den alten Magirus-Eckhauber-LF 16 (Löschgruppenfahrzeug) und DL 25 (Drehleiter) das TLF 16 (Tanklöschfahrzeug) machen würde -- mit der Kabine der DL (minus Leiterauflage) und gerne auch im Stil von damals, also blau verglast -- und so endlich mal, erstmals in der Wiking-Geschichte, einen zusammenpassenden klassischen Drei-Wagen-Löschzug hätte. Warum denn nicht? Ein derart kreativer Umgang mit Peltzers Erbe würde mir Spaß machen. Insofern finde ich auch den neuen Volvo F 88/89 in 1:90 okay (auch wenn ich keine 1:90-LKW kaufe). Aber einfach mäßig gut zusammenpassende Teile von damals aufeinanderklatschen ist mir zu billig.

Liebe Grüße, Ermel.

Botho Wagner hat gesagt…

Ach ja,
Kritiker gibts unendlich viele.
Überall.
Bessere Konstrukteure auch überall.
Es fragt sich nur, ob jemand deren Gebilde kaufen würde.
Also sollten wir es belassen, wie es ist -und die Entscheidung über den Kauf haben wir doch in der Hand: Unser Geld!
So einfach ist die Welt. Auch die der Wiking-Modelle.
Schöne Pfingsten wünscht euch allen
Botho
-auf dass euch der heilige Pfingstgeist erhellen möge. Auch die Firma Wiking.