Samstag, 16. Januar 2016

Wiking Sondermodelle, quo vadis??????

Diese Packung habe ich jüngst bei ebay ersteigert.
Sie wurde vor einiger Zeit mal regulär beim Post Museums Shop für knapp 40 Euro angeboten.
Wie hoch die Auflagen dieser Packungen sind ist mir nicht bekannt.
Der interessierte Sammler weiß, dass hinter dem Label "Post Museums Shop" der Modellauto-Händler Modell Car World steht.
Auf der HP des PMS werden hin und wieder ältere Wiking-Packungen zu Sonderpreisen angeboten. Soweit so gut.
Wer Lücken in der Sammlung hat kann diese so preiswert auffüllen.
In letzter Zeit tauchen aber immer mehr Packungen auch bei ebay auf. Anbieter ist merge left, dahinter steckt ebenfalls Modell Car World.
Startpreis dieser Packungen und anderer Wiking Sondermodelle ist fast immer 1,99 Euro.
Meine Packung habe ich nun für knapp 22 Euro erstanden, also etwa die Hälfte des damaligen Einstandspreises.
Eigentlich sollte ich froh sein günstig eingekauft zu haben.
Trotzdem bleibt ein schaler Nachgeschmack.
Sollte ich in Zukunft noch Packungen zum Einstandspreis beim PMS kaufen??
Sollte ich überhaupt noch solche Modelle beim PMS oder Modell Car World oder bei ebay (merge left) kaufen??
Die Verkaufsaktion von merge left zeugt m. M. nach von größeren Lagermengen.
Sollte ich überhaupt noch neue Modelle von Wiking (egal ob Serie oder Sondermodelle) kaufen???
Scheinbar dreht sich beim Hobby die Preisspirale permanent nach unten......
Die Diskussion ist eröffnet.

P.S.: mit etwas Glück lassen sich die Modelle in der  o. g. Packung auch als Originale zu einem ähnlich günstigen Preis erwerben. Zumindest der Krupp Titan mit rotem Chassis und beigem Aufbau ist neuwertig für ca. 10 Euro in der OVP zu bekommen, obwohl schon mindestens 40 Jahre alt!

Kommentare:

romanesco hat gesagt…

Hallo Martin,

das ist wohl das Schicksal aller Sammlungen, die durch "limitierte Auflagen" usw. angeheizt werden. Zuerst wird entdeckt, dass etwas rar ist (in diesem Fall historische Wiking-Modelle), dann wird auf den Zug aufgesprungen und eine zunächst ja vital bestehende Nachfrage bestätigt, dann wird über das Mittel des x-ten Werbemodells und der y-ten Farb- oder Aufdruckvariente Massenmehrung (= Umsatz- und Gewinnansteigerung) beim gleichzeitigen Eindruck von Knappheit (aufgrund der limitierten Auflage) betrieben. Irgendwann springen die ersten Sammler ab, weil sie keine Lust mehr haben, dieses munter rotierende Karussell zu füttern, und wenn die kritische Masse erreicht ist, bricht der Markt zusammen. Dann ist es Zeit, sich rasch von den Lagerbeständen zu trennen - was dank dess dann herrschenden Überangebotes für zusätzliches Preisestürzen sorgt. Bestes Beispiel: Schuco Piccolo. Wiederauferstanden, als der Sammlermarkt heiß lief, dann Produktion nach China ausgelagert, mittlerweile ein nicht mehr überschaubares Feld an Sonderserien / Werbemodellen / Extraauflagen. Zinkdruckguss, der mittlerweile mit Bleigewicht in den Regalen liegt, und zwar vorzugsweise in den Regalen der Sammler, die sich in den letzten fünfzehn Jahren mit hohem privatem Kapitaleinsatz "engagiert" haben.

Es stellt sich generell die Frage, inwieweit eine WM-Sammlung als hinlänglich stabile Wertanlage taugt. Meines Erachtens gar nicht bzw. nur für einen sehr begrenzten Zeitraum. Der normale Sammler jagt doch eigentlich nur seinen Kindheitsträumen hinterher und hält als Erwachsener nach dem Spielzeug Ausschau, das er sich als Kind nicht leisten konnte. Die Blechwelle (Geburtsjahrgang 1890 - 1930)ist bereits vorüber, die Preise für Wiking-Schiffe (Geburtsjahrgang 1920 - 1940) sind seit der Jahrtausendwende, spätestens seitdem Otto Normalsammler über Internetzugang verfügt, stetig im Sinkflug. Übrig bleibt stets nur die Creme de la Creme, in diesem Fall die ganz alten, super erhaltenen, möglichst originalverpackten Spitzenexemplare. Wenn die Jahrgänge ab 1940 -1970 "in die Jahre kommen", wird das gesamte Thema WM 1: ins Rutschen kommen.

Aber sehen wir es anders herum: Seien wir froh, dass wir nie mals Überraschungseier, Rahmdäckeli (die Deckel von Kaffeesahnetöpfchen - da gab es Mitte der Neunziger einen wahnwitzigen Hype vor allem in der Schweiz) oder holländische Tulpenvarianten gesammelt haben. Deshalb:

Weideuterso!

Anonym hat gesagt…

Moin Martin,

die Auflage beträgt lt. gut informierten Kreisen 500 Stück.
Sind genug verkauft, hat man seinen Schnitt gemacht. Dann kann
man den Rest verscherbeln. Mehrere Sets waren jedoch auch ziem-
lich schnell ausverkauft. Sehr gut für den Verkäufer.
Ich hatte selbst mal bis Set 38 oder so gesammelt, dann wurde es
mir zuviel und ich habe alle auf einmal verkauft ( gottlob ohne
finanz. Schaden ). Aber genau hier wird ein entscheidender Punkt
angesprochen. Bei meinen alten Modellen ist mir der Wert ziemlich
egal. Denn ich sammle ja aus Passion, weil ich die Modelle liebe.
Die Sammlung als Wertanlage zu betrachten ist wohl für die Leute
OK, welche eben nicht mit dem Herzen dran hängen. Das ich mich vor
einiger Zeit von ca. 90 % meiner Sammlung trennte lag nicht am
schnöden Euro, sondern vielmehr an der Unüberschaubarkeit. So eine
Art Überdruss. Die 10%, welche sich noch in meinem Schrank befinden
( ausgesuchte, nicht zwingend teure Modelle ) liebe ich. Wert völlig
egal. Haupsache schön. Der abgedroschene Spruch: Weniger ist mehr !
hat auch bei Einzug gehalten. Ich weiss wieder, was ich habe.
Bei 350 Modellen habe ich einen feinen Überblick, bei 4000 eben nicht
mehr.
So nett manche Modelle vom hier angesprochenen Vertreiber auch sind,
ich mache da nicht mit, beschränke mich auf alte Modelle ( ausser
das eine oder andere neue Modell für die Modellbahn - aber hier wird
in erster Linie Brekina genommen ).

Gruss
Klaus

Botho Wagner hat gesagt…

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
in einem meiner ersten Sammlerbücher schrieb ich schon in den ganz frühen Achtzigern:
"Finger weg von Dingen, oder gar Serien, die "streng limitiert für Sammler" hergestellt werden -das sind keine alten Spielsachen und nur diese sammeln wir eigentlich!"
Bestes Negativ-Beispiel: Ü-Eier.
Berichtigen will ich "romanesco" in einer Sache:
Die "Blechwelle"ist keines Wegs vorbei! Klassisches Blechspielzeug in sehr guter Qualität erreicht derzeit die höchsten Preise aller Zeiten. Was natürlich auch etwas mi den Zinsen zu tun hat -wenn die Kredite teurer werden, wird es auch hier ein Erwachen geben. Aber, auch das kann man bei mir lesen: Sammelt nur Qualität! Denn Schrott bleibt Schrott!
Wer diese Grundregeln beherzigt, kann eigentlich getrost abends einschlafen und von seinen gesammelten Schätzen träumen!
Schöne Grüße aus Hessen
Botho

Martin hat gesagt…


Mir geht es bei meinem Post nicht um den Werterhalt der Sammlung (wer seine Sammlung als Geldanlage betrachtet, hat m. M. nach schon verloren!), sondern darum, dass ich mich frage, ob es sich lohnt einen "Einstandspreis" zu zahlen, wenn es die selbe Packung kurze Zeit später zum halben Preis gibt.
Ähnlich ist es bei Serienmodellen, die u.U. auch schon nach kurzer Zeit zum Schnäppchenpreis erworben werden können, oder irgendwann auf dem Wühltisch landen??
Also was tun?
Dem Händler des Vertrauens weiterhin die Treue halten, oder dem schnöden Mammon folgen und nach der Methode "Geiz ist geil" nach Schnäppchen suchen??
Die Erfahrung zeigt, "alles kommt wieder", d.h. ich muss nur lange genug warten, dann tauchen die gesuchten Stücke schon wieder auf. Auch wenn ich vielleicht am Anfang leer ausgegangen bin, sprich die begehrte Packung ausverkauft war.
Vielleicht muss man aber auch den Preis der begehrten Modelle, egal ob alt oder neu völlig außer Acht lassen und nur das kaufen, was einem gefällt und was es mir persönlich wert ist??
Ich werde es wohl halten wie Du, Klaus.
Die Sammlung übersichtlich halten, behutsam pflegen und mich daran erfreuen.