Sonntag, 23. April 2006

Intermodellbau Dortmund 2006

Hier mal etwas ganz anderes:
Dieses Jahr hatte ich mal wieder Gelegenheit, die Intermodellbau in Dortmund zu besuchen.
Hintergrund war natürlich auch, sich mal wieder mit den Hardcore- Sammlern von Dreieich und Dortmund zu treffen! (Achtung! Nur für Insider! ;o)
Natürlich will ich hier mit einem Bilderbogen beginnen:
Zuerst ein Bild für den Spezi MioBa (Natürlich ´ne Tanke!)


Ein wunderschönes Motiv, gefunden auf einer Modulanlage, in einer "toten Ecke". Ein schönes Beispiel für "Modelle wie in Wirklichkeit!"


Da ich in ländlicher Umgebung lebe, war dies Motiv unumgänglich! Perfekt in Szene gesetzt, mit einem meiner persönlichen Lieblinge, dem Lanz Bulldog.


Zwei Szenen einer Modellbahn-Anlage, die zum Teil als Halbrelief gestaltet wurde. Trotzdem strotzt sie nur so von liebevollen Details, die die Fotos garnicht wiedergeben können. Teilweise gab es Inneneinrichtungen in Gebäuden, Schuppen und Werkshallen.
Als völlig verklärter Nostalgiker habe ich natürlich ein Faible für Fachwerkstädte. Wenn diese dann noch von einer Stadtmauer umgeben sind, umso besser. Da darf so eine Aufnahme natürlich nicht fehlen! Man hört förmlich das getrappel von Pferdehufen auf dem Altstadtpflaster, das klirren von Geschirr und das Abrollen der Kutschräder.

Das folgende Motiv gehört zu einer kleinen Rundum-Anlage mit dem Thema einer im Süden Deutschlands angesiedelten Landschaft. Dieses Schaustück zeigt besonders anschaulich, daß sich auch auf kleinster Fläche viele reizvolle Details unterbringen lassen. Meisterhaft gestaltet.

Man hört den "Glaskasten" förmlich durch die Landschaft schnaufen.





Natürlich dürfen auch Bilder der Märklin-Anlage nicht fehlen. Gibt es darauf doch auch eine imposante Altstadt mit vielen Türmen, Mauern und allem Drum und Dran! Auch der große Bahnhof mit seinen langen Bahnsteigen ist ein echter Hingucker! Im Hintergrund eine Häuserzeile der Hamburger Speicherstadt, die etwas deplaziert wirkt! Ansonsten, für eine Messeanlage ein wunderschönes Schaustück mit vielen Details und liebevollem Finish. Da gab es andere Anlagen, die waren "aus dem Karton gebaut!"

Eine Anlage in größerem Maßstab (Spur 0 ?) stach mir ins Auge. Von Ferne sah man schon Palmen und eine große Kirche. Der Fahrbetrieb war da schon fast Nebensache. Aber schaut selbst:


Und wieder ein Altstadt-Motiv:
Hier hat mich die gelungene Mischung beeindruckt. Es passt einfach alles. Hohe Bäume, Altstadtflair mit Gassen und Markttreiben, weitgeschwungene Gleisanlagen, ein passendes Empfangsgebäude und im Hintergrund die trutzigen Türme einer Burg.
"Eine heile Welt"

Das Highlight habe ich mir zum Schluss aufgehoben:
Eine kleine, feine Anlage eines englischen Ehepaars, wieder etwas größer als HO (1:76 ?) mit komplettem Selbstbau. Anschaulich wurde erklärt, wie z.B. die Reetdächer der Häuser entstanden. Von dieser Anlage habe ich leider nicht so viele Bilder gemacht wie ich es mir im nachhinein gewünscht hätte, Aber eine kleinen Bilderbogen möchte ich hier zeigen:











Es gab so viel zu entdecken, ich denke, die Fotos sagen mehr als 1000 Worte.
Das Allerletzte:
Der eigentliche Grund um nach Dortmund zu fahren? Um sich mit gleichgesinnten zu treffen, Kaffee zu trinken, seine Schätze zeigen, Geschäfte machen (!) und heißgelaufenen Füßen eine Ruhepause gönnen!
Wo Männer schwach werden und vor winzig kleinen Wikingern in die Knie gehen!
Wo der Gelbe Katalog endlich seine Fortsetzung findet !!!!!!!!!

"Los Jungs, ich spendier noch ´ne Runde!" "Ich komme gleich, muss nur noch den Manner Beetle fotografieren!""Wie, den ASG Sattelzug hast Du als Vorserie?" "JEPP!"

Nu iss abba Schluss! Wer will, kann hier einen Kommentar loswerden!

Samstag, 8. April 2006

Die Brekina Dampfwalze

Eines der ersten Modelle, die Brekina 1980 produzierte war die Dampfwalze "Old Smoky" Nr. 1601. Diese wurde in zwei Farben produziert, in rostbraun und in schwarz.
Die Schwungscheibe ist über Zahnräder mit den hinteren Walzrädern verbunden, sodaß diese sich "in Fahrt" mitdreht.
Der Firmenchef Herr Hartung konnte sich aber nie so wirklich mit diesen, wie ich finde hübschen Modellen anfreunden.
Bei Brekina wird nie ein Vorbild erwähnt, im Autoheft 05/06 auf Seite 22 ist zu lesen, daß die "Dampfwalze kein konkretes Vorbild hat, sie ist vom Erscheinungsbild her charakteristisch für eine Dampfwalze im Staßenbau aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Stern vorne am Kessel lässt vielleicht den Schluss zu, daß es sich um eine Henschel-Walze handelt?
1982 erschien unter der Nummer 1610 die USA-Dampfwalze (bedruckt). In der Preisliste von 1982 wird das Modell "A.D. Bakker CO. Swanton. Ohio" gezeigt. Durch das Dach führt ein kleine Verlängerung des Kamins aus Messing. Ausser dem Dach und diesem Messingteil hat sich an der Walze nicht verändert.
Im Autoheft 05/06 wird auf Seite 22 eine amerikanische Walze gezeigt, in rostbraun mit dem Aufdruck "Southern Pacific". Bei diesem Modell handelt es sich vermutlich um ein Einzelstück welches für die Messe in Handarbeit beschriftet wurde.

Bis 1988 war das Modell im Programm, zuletzt mit der Aufschrift "Avery Company. Peoria, Illinoys". Dieses Modell fehlt noch in meiner Sammlung.

Geschafft, bei ebay gesehen, geboten und Zuschlag bekommen. Hat weniger gekostet als damals im Laden! Naja, ist ja auch gebraucht! ;o)

Die Dampfwalze der Avery Company Peoria Illinois, was immer das für `ne Firma ist, musste gleich in der Sandkiste zeigen, was in ihr steckt. Was soll ich sagen, sie macht ´ne gute Figur!

Weil es sooo ein Schmuckstück ist, die Walze nochmal in groß!

Ausserdem findet sich diese schöne Walze, oder eigentlich besser, dieses Lokomobil in der Sammlung:

Ob diese Walze zeitgleich mit der "Bakker"-Walze im Handel war? Oder aber gleichzeitig mit der Walze der Avery Company?

1989 wird die Walze nicht mehr im Programm gelistet und auf nachfrage bei Brekina ist wohl für die Zukunft keine Neuauflage geplant, da die Form nicht mehr brauchbar ist.

Es ist zwar ein recht einfaches Modell, zeigt jedoch alle wesentlichen Merkmale, besitzt sogar durch die Beweglichkeit der Schwungscheibe einen gewissen "Spielanreiz" und wie ich finde, für die Anfangszeit von Brekina ein bemerkenswertes Modell.

Samstag, 25. März 2006

Wiking-Klassiker in Spur N


Auch im Maßstab 1:160 hat Wiking Klassiker produziert. Die 1969 ins Leben gerufene Serie der Winzlinge wurde1981 mit der Schachtel 9014 PKW-Klassiker (MB 600, BMW 501, Opel Admiral und RR ´51) bereichert. Diese Modelle lagen noch in der Pappschachtel mit Klarsichtdeckel.
Schon 1982 folgten mit den Schachteln 9343 (MB L 2500 und MB L 10000,Pr.Pl.) und 9373 (Berliner Doppeldecker D 38) Verstärkung der Klassiker-Serie.

1985 wurde das Nummernsystem geändert und Preisgruppen eingeführt. Für die Spur N-Modelle galt die Preisgruppe 90. Leider war die Umstellung auch das Ende der Pappschachteln mit den Klarsichtdeckeln. Die Modelle wurden jetzt in Klarsicht-Faltschachteln angeboten. PKWs lagen wie bisher am Spritzling in der Verpackung und die LKWs lagen in einer Tiefzieh-Schale. In der Übergangszeit hatten die Verpackungen noch das alte Wiking-Logo, 1986 wurde auf das noch heute gebräuchliche Logo umgestellt.

1985 erschien unter der Nummer 90 944 die Packung mit den zwei MB L 2500 Koffer-LKWs.

Hier steht der kleine Reichspost LKW auf seinem Pendant im angenäherten HO-Maßstab.

1987 kam der Büssing 8000 Esso-Tank-Sattelzug unter der Nummer 90 983 und 1988 der Büssing 8000 Langholz-Transporter mit der Nummer 90 947 ins Spur N Programm und verstärkten so die Klassiker.

1994 erschien endlich wieder eine PKW-Neuheit im Klassiker-Segment: unter der Nummer 971 01 20* kam die Packung "Moderne Sportwagen" in den Handel und enthielt zur Freude der Oldtimer-Liebhaber den MB 300 SL. * 1993 hatte man bei Wiking erneut das Nummernsystem umgestellt und zur Preisgruppe die Variantennummer eingeführt.

Gab es bei den HO-Modellen schon frühzeitig Klassiker als Ladegut für die Modellbahn, sollte es bei den Klassikern im Spur N-Maßstab bis in die 90er hinein dauern bis diese ebenfalls auf diversen Waggons der Modellbahn-Hersteller ein Plätzchen fanden.

Als Beispiel soll hier der Doppeldecker D 38 gezeigt werden, der interessanterweise sowohl in Ho als auch in N verwendung fand.

Zwei weitere sehr aktuelle Ladegutmodelle, die von der Brauerei Krombacher mit einem geschlossenen Güterwaggon verkauft werden, sollen hier gezeigt werden:

Diese beiden MB L 2500 Kasten LKW entsprechen der Serie 944 und sind in dem typischen "Krombacher-Blau" produziert und mit "zeitgenössischen" Aufdrucken versehen. Interessanterweise hat das "Förster-Modell" das Dach vom MB L 10000 erhalten. Ob beabsichtigt, oder aus Versehen, wird zur Zeit noch geklärt. Etliche Modelle aus der Serie, die auf der Intermodellbau in Dortmund zu sehen waren, hatten gleiche Dächer, also ohne die Positionslampen auf dem Dach. Ein Exot? Sicher nicht!

Einige weitere interessante Klassiker, die als Ladegut Verwendung fanden: Dieser schlüpferrosa Rolls Royce ´51 stammt neben diversen anderen Spur N Modellen aus der Mottopackung "Hindenburgdamm" von Minitrix Nr 15726

Interessanterweise wurden die aus der Klassiker-Packung bekannten Modelle häufig am Spritzling und in einer neutralen Wiking-Schachtel in der "Szene" gesichtet. Diese stammen möglicherweise aus einer Überproduktion.

Ein weiteres Ladegut-Modell stammt aus der Minitrix Packung "Bauzugset Ep. II" Art.Nr. 15243

Auch dieses Modell wurde einzeln im Handel angeboten und stammt aber wohl aus einer "zerpflückten" Packung, da ohne Umverpackung.

Einen hab´ich noch: Das Modell des Faber Castell MB L 2500 stammt aus der Minitrix-Packung 15049 und wurde im Jahr 2001 im Märklin Museum abgegeben. Zeitgleich gab es dort von Trix auch eine Packung mit einem MB L 2500 in HO.

Auf dem linken Bild wird das HO Modell in der OVP gezeigt und darüber steht das Museumsmodell aus dem Jahr 2005 mit "Hercules-Fahrrad-Werbung", ergänzt mit einem Opel Blitz, den es in Spur N leider nie gegeben hat. Zumindest nicht von Wiking!

Zuletzt sollen hier Bilder einer Vorserie gezeigt werden, die mir dankenswerter Weise von einem Sammler für Fotozwecke zur Verfügung gestellt wurden. An diesen Fotos kann man wunderbar erkennen, wie Wiking ein Modell entwickelt und schon im Frühstadium Probespritzungen macht, um Form und Aussehen zu testen und wie weit der Weg dann noch ist bis zur Serienreife.

Zuletzt möchte ich noch auf den Sammlerkatalog von Horst Fechner aufmerksam machen. Dieser "Offizielle Katalog der Wiking-Modelle" befasst sich ausschließlich mit Spur N Modellen der Marke Wiking. In 5. Auflage werden die Modelle mit sw-Bild vorgestellt, alle bekannten Varianten beschrieben, Ladegut und Werbemodelle aufgelistet und bewertet. Ein umfassendes Werk mit knapp 150 Seiten. Die aktuelle (6.) Auflage stammt aus dem Jahr 2006 und ist soeben (September 2006)erschienen im Selbstverlag. Kostenpunkt 15,- Euro inkl. Porto. (Preis ist identisch mit der 5. Auflage, trotz größerem Umfang!). Das nenne ich eine reife Leistung!

Zu beziehen direkt beim Herausgeber Horst Fechner,Bornhagenweg 23, 12309 Berlin oder unter hofeberlin@hotmail.com

Anfragen werden gerne beantwortet.