Montag, 19. September 2016

In meinem Bücherschrank (14): Faller, Kleine Welt, ganz Groß

Es gibt etwas neues für das Bücherregal des Hobbyfreundes.
U. Biene hat sich diesmal mit der Firma Faller beschäftigt, die 2016 den 70sten "Geburtstag" feiert.
Aus dem Delius Klasing Verlag Bielefeld kommt dieses gewichtige Werk mit 184 gebundenen Seiten, festem, abwaschbaren Einband und 265 Farb- ud 52 S/W-Fotos.
Im Format 21 x 28 cm kommt das Bilderbuch mit der ISBN-Nr. 978-3-667-10694-0 für 29,90 Euro ab heute in den Handel.
Es kann aber auch direkt beim Verlag bestellt werden.
Ich bin ja ein "Augenmensch", der lieber Bilder guckt anstatt viel Text zu lesen.
Bei diesem Band hält es sich die Waage, driftet aber bisweilen in viel Text ab.
Da ist es gut, dass auch lange Textpassagen durch kleine und große Fotos unterbrochen werden.

Gleich zu Beginn des Buches informiert das Inhaltsverzeichnis über einzelne Artikel. Da hat der Leser die Chance, sich die Rosinen heraus zu picken.
Die Überschriften der einzelnen Artikel sind immer farblich hervorgehoben und in "Schönschrift" ausgeführt. Eine Layout-Spielerei die ganz charmant herüber kommt.
Das Buch ist chronologisch gegliedert und zeigt gleich zu Anfang die ersten Gehversuche der Brüder Faller mit Spielzeug.
Natürlich wurde in der Nachkriegszeit zunächst mit nützlichen Gebrauchsartikeln gestartet wie Kämme und Wäscheklammern aus Holz.
Aber schon kurze Zeit später gab es erste Häuser aus Holz und Pappe, die das "Spielkind" selbst zusammen stecken konnte.
Der Marathon-Baukasten erlaubte aufwendige Konstruktionen mit bunt  bedruckten Pappwänden  die in quadratisch genutete Holzplatten gesteckt werden konnten.
Erste Bausätze, die auch für die Modellbahn genutzt werden konnten entstanden so im Selbstbau.
Bis etwa 1950 werden die Marathon-Baukästen produziert.
Dann steigt Faller in die Produktion der typischen "Faller-Häuschen" ein, die aus Sperrholz, Faserplatten, Pappe und Grießputz entstehen.
Im Buch zeigt U. Biene einige dieser hübschen Häuser als Einzelmodelle aber auch in großartigen Schaustücken.
Natürlich darf die Faller Fabrik Nr. 214 nicht fehlen.

Ein Artikel befasst sich mit dem Faller-Katalog von 1952, in dem über 50 Fertighäuschen, vom Bahnhof über Windmühle, Burgruine, Kirchen, Berghäuser und Häuser der "Moderne" gezeigt werden.
Faller als "Vollsortimenter", sprich Anbieter von Bastelmaterial wird ebenfalls im Buch "angerissen".
Dabei darf ein Beitrag zu den heute begehrten "Masse-Bäumen" mit Holz- und Blechsockel nicht fehlen.
Selbstverständlich geht U. Biene auch auf das Markenlogo ein.
Von der "Tanne" zum allseits bekannten Streifenlogo auf den gelben Kartons schuf Faller so einen hohen Wiedererkennungswert, der auch heute noch vielen Modellbahnern im Gedächtnis geblieben ist.

Ab 1953 hält in Gütenbach der Kunststoffspritzguss Einzug.
Zunächst nur für einzelne Bauteile der bekannten Holzhäuser gedacht entstehen schon bald ganze Häuser und andere Bauten aus Kunststoff.
Diesem Thema widmet U. Biene viel Raum im Buch.
Dabei kommen auch immer wieder Menschen zu Wort, die den Weg maßgeblich mit geprägt haben.
Der Autor versteht es, die Artikel sinnvoll aneinander zu reihen und so einen roten Faden zu spannen.
Wer sich nicht nur für die Artikel von Faller sondern auch für Geschichtliches interessiert, erfährt hier vielleicht noch manches Wissenswerte.

Wie z. B. die Übernahme der Fa. Hoffmann aus Österreich durch die Fa. Faller.
Wer weiß schon, dass aus dem Hoffmann-Logo das Hobby-Logo wurde??
Und dass unter dem Hobby-Label die Faller AMS-Bahn in Österreich verkauft wurde?

Der Faller AMS-Bahn und dem Zubehör widmet der Autor gleich mehrere Artikel im Buch.
Dabei sind viele Bilder, Skizzen und Katalogabbildungen zu bewundern.

Mein persönliches Highlight ist der Beitrag zu den bekannten Faller Hochhäusern, die der Modellbauer G. Fuchs in die Höhe wachsen lässt. Ganze Skylines hat er aus den gängigen Gebäuden zu neuen Wolkenkratzern zusammen gebaut. Einfach großartig.


Natürlich wird im Buch auch über die Hit-Car Bahn und die Hit-Train Bahn berichtet.
Da wurde ich wieder Kind. Mein jüngerer Bruder hatte diese bunte Hit-Train Bahn zu spielen und ich besaß die Hit-Car-Bahn. Wenn das Spiel zu langweilig wurde, dann haben mein Freund und ich die Katapulte zweckentfremdet und nachdem wir aus Kissen und Matratzen Burgen gebaut hatten konnten wir uns mit 2er und 4er-Klötzchen von LEGO "beschießen. Wenn ich da heute noch drüber nachdenke.......

Ein weiterer Bericht im Buch zeigt Modell und Vorbild, Ein andrer Bericht beschreibt Modelle die es bei Vau-Pe, bei Pola und auch bei Faller gab, wie z.B. das Feuerwehr-Haus zuletzt im Hobby-Segment mit der Art. Nr. 131240.
Zum Ende des Buches gibt es noch eine Übersicht über alle Kataloge von 1948 bis 2016.
Die letzten Seiten gebühren dem Jubiläums-Modell "Kloster Bebenhausen" und den Kirmesmodellen.

Natürlich gibt es noch viel mehr zu entdecken, zu blättern zu gucken und zu lesen, aber das müsst Ihr selbst entdecken.

Als Fazit: Ein tolles Lesebuch und noch schöneres Bilderbuch zum Thema "Modellhäuschen" von Faller. Da bei den Dioramen aber nicht nur Häuser sondern auch Modellautos, bevorzugt die der Firma Wiking gezeigt werden, kann dieses Buch auch Wiking-Freunden empfohlen werden.

Was mich etwas erstaunt hat, auf den frühen Dioramen die im Buch gezeigt werden gibt es entweder Figuren von Wiking oder auch keine Figuren, auf den etwas jüngeren Dioramen sind dann häufiger Preiserfiguren aus der Kunststoff-Serie zu finden.
Wer sich aber für Preiserfiguren aus Holz und Draht erwärmen kann und diese auch zu recht auf den Fotos erwartet wird leider enttäuscht.

Ich habe mal zu Thema Faller im eigenen Fundus gekramt und diese Broschüre zum 50jährigen entdeckt sowie zwei ältere Fallerkataloge, die ich mir mal aus "Sentimentalitätsgründen" zugelegt habe.
In der Broschüre gibt es einige Fotos, die sich auch im Buch von U. Biene wiederfinden.

Stellvertretend zeige ich einen Blick in das Heft mit Fotos aus dem Produktionsbetrieb der Fa. Faller.
Erstaunlicher Weise finden sich im neuen Faller-Buch nur wenige solcher Fotos.

Ein Foto vom Prospekt älteren Datums mit den Stadthäusern, denen U. Biene auch Beachtung in seinem Buch schenkt.
Wie ich finde, waren die Stadthäuser seinerzeit sehr gelungen und ich würde es Begrüßen, wenn Faller diese, wie auch die Hochhäuser wieder neu auflegen würde.

Der psychedelische Schriftzug der die Hit car ebenso wie den Hit train begleitete. Es war schon eine verrückte Zeit Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre! ;o)

Im Bestand finden sich auch diese Broschüren aus dem Hause Faller. Dabei wundert es mich etwas, dass U. Biene nicht mehr auf die alten Faller-Magazine in seinen Buch eingeht. Sie finden zwar Erwähnung, aber es wird nicht großartig darauf eingegangen.
Vielleicht will der Autor aber auch noch nicht sein gesamtes Pulver verschießen?

Einige S/W-Fotos im Buch haben mich stark an diese beiden Märklin-Bücher von Bernd Schmid erinnert, da sie ebenso scharf kontrastiert sind wie in diesen Büchern.

Ich habe sicher noch nicht alles bis ins Detail gelesen, aber das Faller-Buch macht Laune!
Wer mit den Kunststoff-Modellhäusern groß geworden ist, kann in diesem Buch herrlich in Erinnerungen schwelgen. Beim Durchblättern hatte ich direkt den Klebstoff-Geruch in der Nase, sah mich als Knabe am Schreibtisch sitzend mit der Schere vorsichtig die Teile vom Gießast entfernen und Häuser für die heile Modellbahnwelt entstehen lassen.
Wenn ein Buch dass schaft, muss es wohl gut sein!

Sonntag, 28. August 2016

Wiking-Ausstellung auf Burg Dringenberg I

Am 28.08.2016 fand auf der Burg Dringenberg eine Wiking-Ausstellung statt. Einige Sammler haben sich zusammen getan um den Besuchern die Faszination der Wiking-Modelle näher zu bringen.
Zunächst stelle ich die Burg näher vor:

In der Nähe von Bad Driburg liegt diese wunderschöne, verwunschene Burg, ein altehrwürdiges Gemäuer.

Von dicken Mauern umgeben präsentiert sich der Innenhof der Burg unter lauschigen Bäumen in schönstem Sommerlicht.
Der Tag war leider extrem heiß, was sich auch etwas auf die Besucherzahlen niederschlug.

Trotzdem war die Ausstellung gut besucht und am Tagesende waren die Teilnehmer, die Besucher und auch der Heimatverein, der diese Ausstellung ermöglicht hat sichtlich zufrieden.

Unter den alten, ausladenden Bäumen reichten die Mitglieder des Heimatvereins gegrillte Würstchen und Kaltgetränke.

In der Burg ist ein Heimatmuseum untergebracht in dem in verschiedenen Räumlichkeiten sehenswerte Stücke und natürlich auch vieles über die Burg und die Umgebung gezeigt wird, wie z. B. diese Schuhmacher-Werkstatt..

.... oder dieser "Kaufmannsladen" ;o)

Im Gewölbekeller der Burg konnte man sich an diesem extrem heißen Tag ordentlich erfrischen, obwohl es auch im Rittersaal, in dem die Ausstellung stattfand sehr angenehm war.

Massives Gestein und festgetretener Lehmboden (?)

Auch hier könnte so eine Ausstellung stattfinden... ;o)

Komfortabler war es aber im Obergeschoss der Burg im großen, lichtdurchfluteten Rittersaal.

Geplant war eine Wiking-Werkschau, bei der das gesamte Spektrum der großen Wiking-Vielfalt gezeigt werden sollte.
Leider mussten einige Sammler absagen, sodass nicht alles von Wiking ausgestellt werden konnte.
Aber was die teilnehmenden Sammler dort ausstellten konnte sich auch schon sehen lassen.

Viele freundliche Gesichter....

..., präsentierten ihre Modelle in Vitrinen und auf Tischen.

Die Modelle standen im Mittelpunkt und waren immer wieder Gesprächsstoff.

Nicht dass jemand denkt, wir mussten die Besucher zum Besuch zwingen, der junge Mann im Vordergrund kam schon mit Gips zur Ausstellung! ;o)

Überhaupt waren etliche Familien mit Kind und Kegel angereist und besonders die Kinder waren sehr interessiert und stellten Fragen, auf die so mancher Sammler im Leben nicht gekommen wäre:
"Kann man die Türen vom LKW öffnen? Warum ist da nichts drin? Sollen wir da mal was reinladen?......"

Die Teilnehmer und links der Vorsitzende des Heimatvereins der Burg Dringenberg, der diese Ausstellung möglich gemacht hat und mit Rat und Tat den ganzen Tag zur Verfügung stand.
Vielen Dank dafür.

Wiking-Ausstellung auf Burg Dringenberg II

Zur Anfangszeit der Wiking-Geschichte gehören die Bücher, die F. Peltzer als Verleger veröffentlicht hat.

Weiter geht es mit Schiffen und Flugzeugen der frühen und späteren Jahre.
Hier ein Werbekarton für die Hapag Lloyd mit der "Bremen".

Ganz frühe Wiking-Schiffe auf Kieler Seekarte

....vor alten Gebäuden eines Wiking Hafens

Ein kleines Diorama, handgezimmert auf einer alten Türfüllung, mit Gips und Farbe in Form gebracht. Das ganze ist um 1940 entstanden.

Alte Häuschen selbst gemacht und liebevoll bemalt.

So siehts aus!

Kleiner Segelkutter

Dreimaster mit Papiersegeln.

Ehrenmal Laboe, darf auf keiner Kieler Seekarte fehlen!

Die frühen Metallschiffe der zivilen Seefahrt waren immer schon aufwändig bemalt.

Die Seefliegerei gehört natürlich zu den Schiffen wie das Salz in der Suppe.

Ab Ende der 50er Jahre ließ Wiking die Schiffe wieder aufleben. Der Veteranenserie war, obwohl die Schiffe nun deutlich detaillierter waren kein großer Erfolg beschieden, sehr zum Leidwesen von F. Peltzer der sein Herz an die Schiffe hängte.

Teilweise sehr aufwändig bemalt und dekoriert im damals typischen blau-weißen Karton fanden diese Typen nicht genug Abnehmer. So schlief diese Serie in den 70ern ein.

Dr. Grope hat manche Form nochmals aufleben lassen.

Ebenfalls Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre hat F. Peltzer analog zur Schiffs-Veteranen Serie die Flugzeuge aufleben lassen. Etliche neue Formen wurden in silbernem Kunststoff produziert.
Aber auch die Flieger mochten im Wiking-Programm nicht mehr so richtig Fuß fassen.

Rechts vorne stehen noch einige alte Flieger aus Wehrmachtszeiten.

Eine kleine Vitrine mit Schiffen und Flugzeugen zeigt schon den Hinweis auf den nächsten Postbeitrag, die Modellautos.
Der Segler rechts, die 3 Autos und der Zug sind übrigens von Pilot. Hinten links steht ein Rohling der Gorch Fock.

Wiking-Ausstellung auf Burg Dringenberg III

Weiter geht es mit den Modellfahrzeugen.
Dazu gehören natürlich die ganz frühen Metallklumpen im Maßstab 1:200 für die Wehrmacht, hier gezeigt auf einer Prospekt-Kopiie aus den 30er Jahren.

Zubehör wie Motorräder, Radfahrer und Reiter gehören unbeding dazu, auch wenn es sich nicht immer um Originalmodelle sonder um Kopien oder Nachgüsse handelt.

Ein Highlight der Ausstellung, besonders für die Kids war die kleine Spur Z Märklin mini-club Anlage.
(Die Anlage ist natürlich nicht in Spur N sondern im Maßstab 1:220 , Spur Z wie J. Andres korrekt angemerkt hat.
Besten Dank für den Hinweis. Man sollte nach 22:00 Uhr keine Berichte mehr schreiben! ;o))
Modelle von Märklin für die Spur Z in Kunststoff und Metall.

Selten Mercatormodelle wie der VW T2 als Doppelkabine sind echte Eyecatcher.

Besonders wenn sie wie hier auf einem tollen Schaustück präsentiert werden.

Auch diese winzigen Modelle zeigen eindrucksvoll was in der Größe Z alles möglich ist.

Bundeswehr Diorama

Hochhaus auf der mini-club-Bahn aus neuerer Produktion.

Wiking Spur N, Ladegut-Modelle von Minitrix u.a. Firmen.

Tankstelle von Wiking im H0-Maßstab und in Spur N von Arnold.

Brawa Spur N-Bahn.

Diverse Spur N-Modelle überwiegend von Wiking, in den kleinen Schachteln liegen Pins zu unterschiedlichen Anlässen von Wiking.

Ebenfalls ziemlich winzig, der Tankwagen von SIKU.

Werbeartikel nicht von Wiking, in Memoriam Volker Eickhaus!
Vorne Wikingautos und ihre Pendants aus dem Ü-Ei.

Der Straßenplan von Wiking auf Spur N herunter gedampft von den "Wikingsammlern" bestückt mit Nachproduktionen von Pilot und Wiking im Maßstab 1:200 aus Metall.
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