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Samstag, 21. September 2024

In meinem Bücherschrank (28) Sammlerkatalog Land- und Verkehrsmodell im Maßstab 1:200 von Ludwig Leinhos

Spätestens seit seinem Schiffskatalog dürfte der Name des Autors den meisten Sammlern bekannt sein.

Was aber die wenigsten wissen, Ludwig Leinhos hat schon Ende der 90er Anfang der 2000er Jahre Informationen nicht nur zu Schiffen und Flugzeugen, sondern auch zu Wehrmachtsmodellen im Maßstab 1:200 in der Zeitschrift Spielzeig Revue, später Spielzeug Antik Revue veröffentlicht.

Ein Artikel aus der Spielzeug Revue 5/2000 mit dem Titel "Kleine Wiking-LKW".

Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift Spielzeug Antik-Revue 10/2001 mit dem Titel "Auf Rad und Kette".

Und dieser Artikel "Unbeschränkt geländegängig" erschien in der Ausgabe 7-8/2002 der Spielzeug Antik-Revue.

Im Jahr 2019 habe ich den ersten Katalog für Wehrmachtsmodelle im Maßstab 1:200, damals noch aus der Feder von Norbert Hoop vorgestellt.

Jetzt hat Ludwig Leinhos den Staffelstab übernommen und seinen Katalog über Wiking Landmodelle 1:200, 2024 vorgestellt.


Den Einband(außen und innen, sowie beim Intro und im Bereich "Allgemeine Vorbemerkungen") ziert ein tolles Kasernen-Diorama welches vor einigen Jahren schon einmal auf einem Sammlertreffen gezeigt wurde und von dem ich 2019 bereits Bilder gezeigt habe.

Dann geht es auch schon los mit den Wiking Wehrmacht-Modelle

Exemplarisch zeige ich mal eine Seite aus dem Katalog die den Großen Lastkraftwagen zeigt. Zu Beginn des Beitrags wird immer die Skizze aus dem Originalprospekt mit der entsprechenden Art.Nr. gezeigt.
Neben den Originalmodellen zeigt der Autor auch immer bekannte Nachgüsse und verweist auf weitere Produzenten wie Pilot und Bento in diesem Fall.
Auch gibt der Autor einen gewissen Preisrahmen als Wertermittlung vor, wobei pauschal für Modelle mit intakter Plane 10 Euro dazu gerechnet werden.

Der Autor geht anhand der Artikelnummern durch den Katalog, beginnend bei 1 Großer Tank und endend bei 162 Sturmgeschütz M40 Italien von dem es scheinbar nur ein Urmodell aus Holz gab.

Ab Seite 87 zeigt Ludwig Leinhos die zivilen Wiking Verkehrs-Modelle im Maßstab 1:200, beginnend mit dem Privatwagen, der dem Chefwagen der militärischen Serie entspricht.

Exemplarisch zeige ich den Fernlastzug Lastkraftwagen der dem großen Lastkraftwagen Nr. 13 aus der militärischen Serie entspricht. 
Der Autor verweist wiederum auf Modelle von Pilot und Bento. Auch hier finden sich Wertangaben und der Hinweis auf Nachgüsse aus Lüneburg.

In der zivilen Serie tauchen nur wenig Modelle auf, die es ausschließlich in der serie der Verkehrsmodelle gegeben hat. 
Den Eindecker hat es scheinbar auch als Mannschaftsbus in der Wehrmachtsserie gegeben. Doppelstockbus und Straßenbahnen dagegen ausschließlich in der Serie der zivilen Verkehrsmodelle.

Wie bei den Wehrmachtsmodelle gibt es zum Begin des Beitrags immer die entsprechende Skizze  aus einer alten Wiking Preisliste.

Zu den Doppelstockbussen und den Straßenbahnen schreibt der Autor, dass diese wohl kaum über Prototypen / Messemuster hinaus gekommen sind. Originale gibt es kaum. Bei den kursierenden Exemplaren handelt es sich bei dem Doppelstockbus um Nachproduktionen aus der Originalform, die Straßenbahnen müssen aber auch von einem original abgeformt worden sein.
Die Modelle gab es nur aus Lüneburg.

Ab Seite 101 zeigt L. Leinhos die Modelle der Firma Pilot. 
Viele dieser Modelle zeigen eine deutliche Ähnlichkeit zu Wikingmodellen. Beide Produzenten habe in den Jahren Formen ausgetauscht.

Exemplarisch zeige ich diese Seite mit den bunten Pilotmodellen garniert mit den unterschiedlichsten Nachguss-Modellen aus Lüneburg.
Auch bei den Pilotmodellen geht der Autor strikt nach den Artikelnummern vor und schreibt auch für diese Modelle eine grobe Wertangabe.

Den Abschluss bildet das Kapitel "Prospekte"
Hier schreibt L. Leinhos, dass nach den Unterlagen von Dr. Grope der erste Prospekt auf den 15.03.1935 datiert.

Insgesamt ein ausführlicher Katalog mit guten Fotos der Modelle.
Klar und verständlich gegliedert. Die Beschreibung der einzelnen Modelle umfasst auch Kopien, Nachgüsse und Produktionen diverser Anbieter wie Mercator, Luna oder Kehi und auch die Produktionen aus Lüneburg.

Der Katalog hat keinen festen Einband, insgesamt 124 durchgehend farbig  bebilderte Seiten.
Er ist aktuell noch für 40 Euro plus Porto bei Ludwig Leinhos erhältlich.

Ein, wie ich finde faires Angebot für ein noch nicht wirklich bekanntes Sammelgebiet der Firma Wiking.

Alle Fotos mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors.

Freitag, 19. April 2024

In meinem Bücherschrank (27) Wiking Modelle im Diorama von Hans Werner Gottschalk

 Manchen Wikingsammlern ist der engagierte Wiking-Freund Hans Werner Gottschalk alias HWG oder auch rente_auf_raedern ein Begriff.

Inzwischen dürfte der Name auch manchem Modellbahner, vorangig den Alt-Sammlern durch seine Bücher über Preiser-Modelle und Figuren bekannt sein.

Im Jahr 2016, genauer im Juni 2016 hat der Autor sein erstes Buch über Wiking Modelle im Diorama aufgelegt. Dieses "Bilderbuch ist inzwischen leider vergriffen und kann bedingt durch Softwareprobleme seitens der Druckerei nicht erneut aufgelegt werden.

Für die Freunde seiner "Wimmelbilder" hat er nun Band 2 aufgelegt.

Es folgt eine Vorstellung beider Bücher.

Links Band 1 von 2016 und rechts Band 2 von März 2024 also noch fast Druckfrisch.
Band 1 hat 40 Seiten und zeigt insgesamt 10 Dioramen.
Band 2 hat 50 Seiten und ist in 4 Kapitel gegliedert. 

Hier die Rückseite beider Bücher. Band 1 ist quasi ein Fotobuch von Poster XXL.

In teils großformatigen Bildern werden die Schaustücke in Wort und Bild vorgestellt.
Die Dioramen sind natürlich mit wunderbaren, z.T. sehr raren Wikingmodellen dekoriert.
Der Bauernhof, ganz in Grün und Brauntönen gehalten.

HWG hat sich aber nicht nur mit rollenden Wikingern befasst, sondern auch mit Fliegern. So zeigt ein Diorama die Berliner Luftbrücke im Maßstab 1:400 mit den passenden Fliegern  und dem winzig kleinen Dodge (?) Lastzug und dem stecknadelkopfgroßen VW Käfer.

Die Wiking Villa in Berlin, Unter den Eichen war ebenfalls ein sehr ambitioniertes Projekt des Autors welches ca. 200 Arbeitsstunden verschlang. Das Gebäude und die Nebengebäude sind komplett aus Holz im Maßstab 1.87. Der Bau gelang durch den Papierbogen, erstellt von "die Wikingsammler".
Die Nebengebäude wurden seinerzeit von Klaus-Dieter Hinkelmann beigesteuert, der sich noch gut an die Gebäude erinnern konnte und seinerzeit den Papierbogen gebaut hat und mit den Nebengebäuden als Diorama ergänzt hatte.

Ein weiteres, (men persönliches) Highlight im ersten Band ist aber das Diorama welches Teile des Berliner Zoos zeigt mit dem imposanten Elefantenportal, diversen Käfigen in denen die Tiere der Arche wohnten.

Weitere Dioramen in diesem Buch  zeigen folgende Dioramen:
-die ersten Drahtachser von 1948
- der Gebäudeausschnittbogen
- an der Tankstelle
-der erste Straßenplan
- die große Polizeiverkehrsplatte
- Berliner Zementwerke

Die Bilder dazu sind "erste Sahne, wunderbar ausgeleuchtet und groß genug um auch Details zu betrachten.


Kommen wir zum zweiten, neuen Band.
Das Buch kostet ohne Versandkosten 35 Euro und ist jeden Penny wert!

Im ersten Kapitel zeigt der Autor in wenigen Bildern nochmals viele Dioramen die auch schon in Band 1 vorgestellt wurden. Die Schaffensperiode umfasst die Jahre 2002- 2015.

Kapitel 2 befasst sich mit einem weiteren Steckenpferds des Autors, den unterschiedlichen Häusern von Preiser, Creglinger, Spitaler und Co.
Hier gibt es viele Dioramen mit den typischen Häusern aus Holz, Dächern die mit Toilettenpapier gedeckt und Wänden die mit Griesbrei verputzt wurden. Dazu wird die Szenerie mit hölzernen Preiserfigürchen mit ihren Drahtärmchen und natürlich den dazu passenden Wikingautos der späten 40er und 50er Jahre.

By the Way, Hans Werner Gottschalk hat seine Preiser-Leidenschaft ebenfalls in Papierform drucken lassen. Insgesamt entstanden 6 Büchlein, die leider nicht mehr erhältlich sind.
Allerdings ist noch in 2024 in Kooperation mit der Firma Conrad antiquario alle Preiser-Bände in einem Buch zusammenzufassen und neu aufzulegen.
Man darf gespannt sein.

Das 3. Kapitel zeigt die Dioramen der Jahre 2019-2023.
Das Brandenburger Tor entstand 2022. Die Fotos zeigen ein beeindruckendes Schaustück im angenäherten Maßstab 1.87.

In Jahr 2020 entstand das Parkhaus. Der Autor zeigt das Schmuckstück mit sehr erlesenen Wikingmodellen, die nicht an jeder Straßenecke zu finden sind. Oder hat schon einmal jemand einen T7 mit Oberleitungs-Stromabnehmern gesehen?😲

Neben diesen beiden Dioramen gibt es noch weitere Schaustücke zu bewundern:
- Tag und Nacht im Einsatz
-Tankstelle, Autohaus und Zweiradwerkstatt
-Die Avus
-Berliner Zoo 2.0
-Werbeaufsteller

Das Kapitel 4 ist der Vorausschau auf die kommenden Jahre gewidmet.
HWG zeigt ein Projekt im Maßstab 1:40. Zudem soll sein bisher aufwendigstes Projekt in Angriff genommen werden: eine weitere Berliner Sehenswürdigkeit. 
Mehr wird noch nicht verraten
Das Kapitel zeigt verschiedene Dioramenteile die in Produktion gehen und an befreundete Sammler abgegeben werden.
Der Autor bestätigte, dass sich jeder melden kann mit Wünschen nach Dioramen, die in seinen Büchern abgebildet sind.
Also, wer gerne eine Avus hätte oder ein Parkhaus, darf sich gerne mit Hans Werner in Verbindung setzen.
Die Email lautet: HWGGE@aol.com
Auch Nachfragen zum Band 2 sendet bitte an die o.g. Email.
Wie bereits im Text geschrieben kostet das Buch 35 Euro plu 3 Euro für Bücherversand oder 5 Euro als Paketversand

Fazit:

Das aktuelle Buch von Hans Werner Gottschalk ist nicht nur dem Wikingsammler zu empfehlen, sondern auch jedem in dem die gleiche Leidenschaft für antikes Spielzeug wie beim Autor lodert.
Der Text zu den wundervollen Bildern ist 2fluffig" zu lesen und gewährt auch tiefe Einblicke in das Seelenleben des Autors.
Ein absolut liebenswertes Bilderbuch.
Mögen dem Autor noch viele Jahre voller Schaffenskraft, Kreativität und Enthusiasmus beschieden sein.
Vielleicht folgt ja in einigen Jahren noch ein 3.Band? 😉😁


Alle Fotos im Blog entstanden mit ausdrücklicher Genehmigung von Hans Werner Gottschalk.

Mittwoch, 1. Dezember 2021

In meinem Bücherschrank (26) Wiking Schiffsmodelle von Ludwig Leinhos


 Ich habe mich ja schon vor einiger Zeit von den meisten Wikingschiffen getrennt. da ich aber so ein analoger Typ bin und gerne in wundervollen "Bilderbüchern" blättere, die dann auch noch etwas mit Wiking zu tun haben, kann ich für Menschen die ähnlich ticken etwas Neues vermelden.

Relativ druckfrisch gab es kurz nach Weihnachten etwas neues für die Schiffssammler aus der Feder von Ludwig Leinhos.

Wer die 2. Auflage kennt, wird sich in der erweiterten Neuauflage schnell zurecht finden.

Neu ist auf jeden Fall, dass es zu allen Modellen eine Preisbewertung gibt. anhand dessen kann der geneigte Sammler schon mal grob einschätzen kann, ob es sich um Raritäten oder um Massenware handelt.

Ich möchte jetzt noch gar nicht näher auf die beiden Bücher der 3. Auflage eingehen, dafür muss ich mich selbst noch mehr vertiefen. Aber nur so viel: es gibt wieder unzählig viele tolle Fotos und jede Menge Wissenswertes was Ludwig da zusammen getragen hat.

Apropos 3. Auflage, kennt und hat jemand die erste Auflage?😲 

Dazu bekam ich vom Autor folgende Info:

"Die erste Auflage war noch aus dem Kopiershop mit einfacher Ringbindung, davon habe ich nur sehr wenige an Sammler gegeben. Ich glaube, es waren 20 Kopien, einschließlich meiner eigenen."

Freitag, 30. April 2021

In meinem Bücherschrank (25) Konsumlust, U. Biene

Der Autor U. Biene hat schon vor einiger Zeit (Februar 2020) ein Buch zum Thema "Werbung im Wirtschaftswunderland NRW" mit dem Titel Konsumlust im Klartext-Verlag, der sich auf Bücher aus NRW spezialisiert hat heraus gebracht. Unter der ISBN 978-3-8375-2170-2 ist das Buch für 29,95 Euro im Buchhandel zu erwerben. Auf 160 Seiten gibt es viele farbige, aber auch historische sw Fotografien von zeitgenössischer Werbung aus den späten 50ern bis in die 70er Jahre.

Ulrich Biene ist ja von Beruf Journalist und aktuell als Pressemitarbeiter in der Werbung beschäftigt. Da ist es nur zu Verständlich, dass er ein Buch über Werbung schreibt.

Das Coverfotos stammt von einer Sinalco-Werbung!

Sein Buch beginnt mit Nahrungs- und Genussmitteln und hier mit den süßen Dingen des Lebens wie z.B. dem Back- und Puddingspezialisten Dr. Oetker aus Bielefeld.

Natürlich gehören auch Süßwaren wie Schokolade mit Marken wie Storck/Merci und Nimm2 sowie Haribo mit Goldbären und Lakritz.                                                                                                         Wer kann sich noch an die Lakritzpfeife erinnern in der Schaumzucker im Pfeifenkopf steckte, die entweder gleich als erstes herausgezutzelt wurde oder bis zum Schluss übrig blieb, je nach Vorliebe?

Weiter geht es mit Kaltgetränken. Da darf die allseits bekannte Marke CocaCola nicht fehlen. Viele zeitgenössische Fotos befördern die meisten, die diese Zeit aktiv erlebt haben geradewegs zurück in die Swinging Sixtys.

Oder an die Zeit in der "Batze" (Freibad) wenn man genüsslich an der eiskalten Brause in der unnachahmlichen 200ml Flasche mit Strohhalm nuckelte.

Nach den Limonaden wie Cola und Sinalco (siehe Cover) folgen diverse Biermarken. Jürgen von Manger, alias Tegtmeier, der typische Vertreter aus dem Pütt (Ruhrgebiet) machte seinerzeit Werbung für "Dortmunder Union"

Jetzt speziell für Klausi mal Werbung für Underberg. Analog fällt mir dazu Werbung von Jägermeister ein.

Nach dem Hochprozentigen zu den Düften des Lebens. Welcher frühpubertierende Junge kann sich nicht mehr an die Fa-Werbung erinnern?😉
Oder wollte im späteren Leben nicht so werden wie der Mann aus der Irish Moos-Werbung?
Mit diesem Beitrag werden Erinnerungen geweckt.
 
Die Pril Blumen! In welcher Küche haben die in den 70ern nicht geklebt, am Küchenschrank, am Kühlschrank, auf Fliesen oder einfach auf der Kaffeedose?

Ob diese "echten Kerle" das Vorbild für Ken, den Verlobten, später Ehemann von Barbie waren? Oder umgekehrt? Spätestens da sind wir Männer die sich noch für den ganzen Kerl Dank Irish Moos begeistern konnten falsch abgebogen!

Ja Ihr lieben Frauen, in den 60er Jahren konnte sich die Dame von Welt noch zum Fest für die Dinette begeistern...
.....dann kam die Emanzipation und danach war alles anders.
Eine Zeitreise, die einen heute schmunzeln lässt.

Die 60er und 70er Jahre waren von besonderem, futuristischen Design geprägt.
Dank Resopal und Plastikstühlen wurde rustikale Einrichtung ausgemustert.
Wer Hip sein wollte brauchte einfach neues Mobiliar, egal wie unbequem, Hauptsache stylisch.

Da der Autor nicht nur Werbefachmann sondern im höchsten Grade auch Autoaffin ist, darf ein Beitrag zu Werbeartikeln der Automobilindustrie nicht fehlen.
Voila!

Mein Vater hatte eine Tischlerei und ein kleines Möbelgeschäft. Um Ware zum Kunden zu transportieren war der erste Lieferwagen ein Ford Transit. An den Wochenenden ging es mit der Familie auf große Fahrt. Dann wurde die Sitzbank eingeschraubt und an die Rückwand der Fahrerkabine wurde noch eine kleine Holzbank gestellt wo die größeren Geschwister (natürlich nicht angeschnallt!) saßen.
Ab ging es zu den Märchenwäldern in der Umgebung oder auf Verwandtenbesuch.
Durch dieses Webeplakat wurden viele Erinnerungen geweckt.
Alleine dafür muss ich dem Ulrich schon danken.

Der Cousin hatte Anfangs ein Kadett Coupe, dann einen GT und zuletzt einen Manta. Bei dem hingen im Keller genau diese Werbeplakate.
Als Autos noch Gesichter und Charakter hatten.
Schön war die Zeit!

Die 60er waren auch geprägt durch die Reiselust der Deutschen. Für uns ging es als Kinder fast jedes Jahr an die Nordsee, andere suchten das Abenteuer mit einem Wohnmobil um wie dereinst Hannibal die Alpen zu überqueren um nach Bella Italia zu reisen!

Natürlich darf in einem Buch über Werbung die Sparte Spielwaren nicht ausgelassen werden.
Da sich der Autor auf Werbung aus NRW beschränkt findet man Werbeplakate von Firmen, die es z.T. nicht mehr gibt....

... wohingegen die Firma SIKU auch heute noch jedem Jungen und manchem Mädel ein Begriff sein dürfte. 
Ich erinnere mich immer gerne an die Werbung in der Micky Maus, wo Firmen wie Matchbox, Dinky, Corgi und Britains um die jugendliche Kundschaft buhlten mit ganz ausgefeilten Modellen, die nicht selten ganz besondere Extras enthielten wie z.B. bewegliche Scheibenwischer oder Lenkung oder sogar ein "funktionstüchtiger" Fernseher im Inneren. Selbstverständlich waren alle Türen zu öffnen und im Motorraum gab es eine entsprechende Attrappe. Meist lagen sogar irgendwelche Figuren dabei, oder Tiere  und Koffer.

Wer etwas auf sich hielt, besaß natürlich ein Kettcar. Leider kann ich da nicht mitreden. Zu so einem Gefährt hat es nie gereicht. Dafür gab es immer die abgelegten Fahrräder vom großen Bruder.
Aber ein Nachbarsjunge hatte einen und wenn es sich ergab, durfte man mal die Straße auf und ab fahren.😁

Das letzte Kapitel ist der analogen Fotografie gewidmet.
Wer kennt sie nicht, die Produkte von Agfa, Kodak oder Fuji. Ich hatte sogar diese bunte, klobige Polaroidkamera, wo die Packung mit Ersatzfotos so teuer wie die Kamera waren, dass sie bald den Weg allen Irdischen nahm und ich wieder auf Kleinbildfilm umstieg.

Fazit: Ein Buch, dass jeden Leser postwendend in die FlowerPowerzeit zurück katapultiert und in Erinnerungen schwelgen lässt. Retrospektiv stellt man fest, dass diese Zeit der 50er bis 70er spießig und z.T. auch langweilig war. Nur selten gab es mal wie z.B. bei der Sinalco-Werbung innovatives zu entdecken.
Dem Autor Ulrich Biene gelingt es mit diesem schönen Buch/ Bildband meisterhaft Erinnerungen zu wecken. Alleine dafür lohnt sich schon die Anschaffung.

Sonntag, 25. April 2021

In meinem Bücherschrank (24): Faller, Die Welt von oben

Ganz druckfrisch gibt es ein neues Buch aus der Feder von Ulrich Biene, "Faller, die Welt von oben", 75 Jahre Faller.

Das Buch erscheint im Delius Klasing Verlag, Bielefeld (gibts doch gar nicht!😉).

Ein wunderbares, gebundenes Buch, das auf 184 Seiten 380 größtenteils farbige, aber auch historische Fotos enthält. Der "Bildband" ist hochwertig gemacht und im Format21,5 x 28,6 cm und kostet 29,90 Euro (D) und 30,80 (A).

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden oder mit der ISBN 978-3-667-12124-0 im Buchhandel.

Bereits im Oktober 2016 hat U. Biene sein Buch "Faller, Kleine Welt ganz groß" vorgestellt.

Eines gleich vorweg, beide Bücher ähneln sich, der rote Faden ist in beiden Büchern gleich und auch das eine oder andere Foto aus dem ersten Buch findet sich im Neuen wieder, wenn auch aus vielleicht anderer Perspektive.

Links das alte, rechts das neue Faller-Buch vom Autor U. Biene

Der Autor beginnt bei der Stunde Null, also im Jahr 1946 als die Gebrüder Hermann und Edwin Faller ihr Unternehmen gründeten.
Dazu zeigt Biene Bilder der ersten Baukästen, die damals noch Marathon hießen und mit denen diverse Gebäude zusammen gesteckt werden konnten.

Das Legespiel mit den Mosaiksteinen war für den französischen Export bestimmt und findet in den 70ern nochmals unter dem Namen "Famos" Verwendung auch in Deutschland.

Diese Szenerie mit den Holz- und Pappe-Perlen reiht sich an die Marathon-Episode nahtlos an. Das Diorama findet der geneigte Leser schon im ersten Buch, allerdings aus anderer Perspektive.
Wunderbar sind die immer wieder eingestreuten historischen Fotos die den Stil der 50er und 60er Jahre, das Wirtschaftswunder toll beschreiben.

Viele Fotos dokumentieren die Kreativität der Gebrüder Faller, die den Kundenwünschen stets entgegen kamen mit immer neuen Ausgestaltungsmöglichkeiten für ihre Schaustücke und Modellanlagen, die selbst zum Maßstab 1:60 der SIKU-Modelle passten.

Der Autor bietet mit einer ganzen Reihe von sw-Fotos einen Blick in die Produktionshallen bei Fallers.

Da Faller expandieren musste gibt es auch einen Artikel darüber wie die Gebrüder Faller sinnvoll ihre Lager- und Produktionsstätten erweitern.

Ein Artikel zeigt "Vorserien" die dann doch nicht in die Produktion gingen.

Natürlich streckte Faller seine Fühler auch aus ins benachbarte und auch ins ferne Ausland. 1963 kann Faller die Firma Hoffmann in Braunau/Österreich übernehmen.
Leider liegen die Zollhürden recht hoch und führen zu bürokratischem Ärger.
In den 70er Jahren gibt Faller den Standort in Österreich wieder auf. Das Ende von Hoffmann.

Aber auch in Amerika versucht Faller mit dem Maßstab H0 Fuss zu fassen.
Allerdings hat sich der Maßstab 1:87 in Amerika nie wirklich durchgesetzt. Dort hat man immer schon "big" gedacht!
Kein wunder also, dass gerade die Hochhäuser dort gut angenommen wurden!😁

Nach den Holz-und Pappehäusern beginnt die Ära der Plastik-Bausätze. 
U. Biene greift hier zum wohl populärsten Bausatz von Faller, dem zweiständigen Feuerwehrgerätehaus, dass schon in den 60ern renoviert werden musste! 😉
Mein Exemplar wartet noch auf die Vollendung wie unschwer zu erkennen ist.

Leider gibt es von meiner ersten Märklinbahn keine Fotos. Aber die wären sicherlich auch in sw gewesen. Das erste Fallerhäuschen war der Haltepunkt Hintertupfingen, der mit ungeschickten Fingern zusammengefrickelt wurde.

Das Highlight damaliger Modellbahnanlagen waren die Stadthäuser von Faller, die, wie der Autor in diesem Beitrag zeigt durch den Blick einer Winschutzscheibe wirkungsvoll in Szene gesetzt werden kann.

Eine Chronik darf in diesem Bildband zum 75. Faller Jubiläum nicht fehlen und endet, zumindest auf dieser Seite mit einem Foto der Faller Hit-Train.
Daran habe ich noch gute Erinnerungen.
Während ich schon die Märklinbahn kreisen lassen konnte, bekam mein Bruder Jg. 69 in den 70ern diese Spielbahn. In die Gleise konnten Plastikstücke eingelegt werden, die die Bahn stoppten oder in den Rückwärtsgang versetzten.
Dazu diese unnachahmliche Flower-Power Optik....
 
Die Hit Car Bahn hatte ich auch. Wenngleich ich an die besonderen Autos, die inzwischen sammelfähig und in gutem Zustand beachtliche Summen erzielen nicht wirklich erinnern kann.
Woran ich mich aber sehr gut erinnere, dass mein Cousin und ich uns im Kinderzimmer Burgen bauten und mit den Katapulten kleine Vierknopf Legosteine um die Ohren schossen.😍

Ein weiteres Kapitel befasst sich mit weiteren Standbeinen der Firma Faller, war doch Hermann Faller ein Tüftler, der sich auch vor der Elektrik nicht bange machte.
Oder sagt irgendjemand Begriffe wie ELA-49 oder Auto-Lumatic von Faller etwas?
Spannend zu lesen, was bei Fallers alles so getüftelt wurde.

Ein großer Artikel im Buch beschäftigt sich natürlich mit der Faller AMS Bahn, sei es als Stadtbahn oder auch in der Racingvariante mit Steilkurve und Looping.
Wer weiß schon, dass die Firma Eheim einen Gelenkbus für die AMS Bahn produziert hat? U. Biene zeigt ein Exemplar im Buch.
Das Faller auch eine Rennbahn im Maßstab 1:24 produziert hat, war mir eher unbekannt.
Die Kombination Auto- und Eisenbahn fand ich früher schon interessant. Frage mich aber bis heute, wie das Spiel von End zu End funktionieren soll, ohne die Lok um zu setzen?

Ein eher kurzer Artikel befasst sich auch mit dem kleinen Maßstab Spur N/ 1:160.
Natürlich darf auch da die AMS nicht fehlen.

Das Nurda-Haus habe ich als Kind bewusst mal im Sauerlandurlaub (als mein Vater meinte, man müsse mal wo anders hin als immer nur Nordsee) gesehen und fand es da schon faszinierend.
Darum durfte genau dieses Exemplar mit Maler und Muse und der entsprechenden Beleuchtung auf meiner ersten Märklinbahn versteckt in einer Ecke einziehen.😁
 
Auf den letzten Seiten des Buches zeigt der Autor besondere Modellbausätze wie die Exclusivmodelle aus den 80ern und weitere besondere Stücke wie z.B. mein Premium-Modell "Kokerereibetrieb" und nennt den Artikel: "Offensive mit mehr Details und Lebensnähe zum Start in die Achtzigerjahre!"

Ganz zum Schluss wird noch die Topp Neuheit von Faller, die Hamburger Großtankstelle "Brandshof" gewürdigt. 
Da kann ich mit meiner halbfertigen Tankstelle "Koppartrans" natürlich nicht gegen anstinken!

Fazit: Da ist dem Ulrich wieder ein famoses Bilderbuch gelungen mit seinem unnachahmlichen Schreibstil. Wer das erste Buch besitzt, erfährt nicht unbedingt viel Neues, allerdings wartet der neue Bildband wieder mit vielen wunderbaren Fotos auf.
Wer den Autor kennt, weiß, dass er sich noch ein paar Trümpfe in der Hinterhand aufbewahrt um vielleicht in 5 Jahren, zum 80sten von Faller mit einem neuen Schmöker um die Ecke zu kommen..
Ehrlicher Weise muss man aber sagen, wer das erste Buch besitzt, braucht das Zweite nicht zwingend.
Wer sich aber für altes Spielzeug begeistern kann und viele schöne Fotos schätzt, darf getrost auch zum nun vorgestellten Faller-Band greifen um darin zu blättern, Bilder gucken und nachlesen wie das damals bei Fallers so zuging.