Sonntag, 21. Mai 2017

Münzen und Briefmarken mit Autos

Wer kennt sie nicht, die Shell-Münzen, die es Ende der 60er Anfang der 70er an den Tankstellen als Zugabe zur Tankfüllung gab?
Meine Karte ist dank meines Vaters, der immer an der Shell-Tanke um die Ecke getankt hat voll geworden.

Da inzwischen doch das eine oder andere Motiv auf den Münzen in H0-Modelle umgesetzt wurde, zeige ich hier Münzen und Modelle:

So sah die komplette Karte inklusive der Münzen aus.

Den SSK steuert Busch bei. Das besondere an diesem Rennwagen ist die Lenkung, die beweglich ist und einen Lenkeinschlag ermöglicht.

Der Bugatti Atlantic kommt von Masterpiece.

Der BMW 328 ist natürlich von Wiking, genau so wie die folgenden Modelle....

Der Mercedes Versuchswagen C 111 mit silbernen Rädern.

Der Porsche Carrera scheint eher ein 356 zu sein.

Und zuletzt noch der Mercedes 300 SL Flügeltürer aus neuer-alter Form. ;o)

Und wie ich so bei der Post bin um neue Briefmarken zu erstehen, drückt mir der Schalterbeamte diesen Bogen mit Ford Capri und Porsche Targa in die Hand.

Den Ford Capri kann ich sogar als farblich passendes Wiking-Modell beisteuern. Beim Porsche Targa muss ich passen. Darum an dieser Stelle nur der farblich in etwa stimmende Porsche 356.

Sonntag, 14. Mai 2017

April-Neuheiten und Sondermodelle von Wiking

Meine Ausbeute der April-Neuheiten und Sondermodelle von Wiking und von Oliver Wasmus.

Der Büssing 12000 für die Deutsche Bundesbahn war natürlich ein Muss.
War das erste Modell des Büssing aus der Dezember 2016- Auslieferung noch sparsam bedruckt,
ist besonders die Fahrerkabine des DB-Büssing üppig bedruckt.

Zusätzlich spendierte Wiking dem Pritschen-LKW eine Plane.

Die beiden seitlichen Lüfter wurden aufgedruckt, das DB-Schildchen könnte auch für eine Zahl, 08 durchgehen.

Die Plane macht seitlich und hinten einen ordentlichen Eindruck. Auch die Spriegel auf dem Dach wurden fein nachgebildet.
Wenn auch moniert werden muss, dass die Plane eigentlich über die Pritsche hätte gehen müssen und nicht bündig mit der Pritsche abschließen dürfte.
Auch hätte man den Rücklichtern zwei rote Farbtupfer spendieren können, wenn man schon verschwenderisch mit Farbe beim Fahrerhaus und der Pritsche umgeht! ;o)


Was sich Wiking allerdings an der Rückfront mit der Detaillierung gedacht hat, wird wohl das Geheimnis des Modellbauers bleiben.

Unten drunter gibt es keine neuen Erkenntnisse.

Als ich meine Modelle bei meinem Wiking-Dealer abholte, musste dieses neueste Sondermodell unbedingt mit.
Der Hanomag Kurier ist ein feines Modell, dass vermutlich in vielen Sammlungen eher ein Nischenleben fristet?
Gab es doch in der Serie nie viele Modelle, dafür gab es dann in späteren Jahren doch das eine oder andere Sondermodell, aber irgendwie immer in Packungen, meist mit mehreren Modellen gemeinsam. Seltener mal gab es ein einzelnes Sondermodell wie z.B. der Pritschenwagen für den MAC Franken.

Die Front weiß durch viele zusätzliche Bedruckungen zu gefallen.

Im Farbton bleibt das Modell der olivgrauen Spedition treu.
Warum ist eigentlich noch niemand auf die Idee gekommen, mit den inzwischen vorhandenen Modellen und den möglichen Umbauten ein Diorama zu erstellen??

Sogar die Rückleuchten bekamen rote Farbtupfer spendiert.

Die Plane ist natürlich abnehmbar. Alternativ zu diesem Modell gibt es einen weiteren Kurier mit der Plane die seitlich geöffnet ist.

Unten drunter gibt es das neue Wiking-Logo.

Weiter geht es mit dem Lanz.
Der ist ebenfalls ein absolutes Muss für die Sammlung.

Wieder mehrfarbig ausgeführt mit schwarzem Kamin samt Funkenkobel. Der Glühkopf wurde im unteren Bereich ebenfalls schwarz bemalt(?).

Die Front ziert das Lanz-Emblem.
Die Scheinwerfer sind gesilbert.

Die Sitz-Lenkradkombination ist in schwarz ausgeführt und das Lenkrad selbst gibt die Holzoptik wieder.
Schade, dass die Kühlrippen nicht bedruckt wurden, wie seinerzeit beim Sondermodell zur Agritechnica 2013.
Wahnsinn, ist dass schon so lange her, dass dieser bisher schönste Lanz in den Handel kam??
Zeit vergeht! ;o)

Den Unterboden ziert wie gehabt das neue Wiking-Logo.

Bei dem Sondermodell zur Inter-Modellbau habe ich mich etwas geziert.
Allerdings sind schon zwei Modelle der Spedition in der Sammlung, so dass dieses Exemplar, immerhin ein Youngtimer doch in die Sammlung durfte.

Die Zugmaschine ist aufwendig ringsum bedruckt, was das Modell nicht gerade günstig macht.
Auf dem Dach sind zwei Rundum-Kennleuchten aufgeklebt.

Auch an den Seiten wurde nicht mit zusätzlichen Aufdrucken gespart.

So sieht es unten drunter aus.

Die Rückfront der Zugmaschine und des Anhängers mit bemalten Rückleuchten.

Auch Sattel-Anhänger ist aufwendig beschriftet und bedruckt.
Wieder mal ein besonderes Modell zur Inter-Modellbau zu einem zwar stolzen, aber Angesichts der umfassenden Bedruckung und Bemalung gerechtfertigten Preis.

Hier noch einmal die 3 Modelle meiner Sammlung auf einen Blick.

Mit den vorhandenen Modellen lässt sich schon trefflich spielen.

Das letzte Modell habe ich in diesem Beitrag schon einmal kurz vorgestellt, nun kam noch das Sondermodell zum "Wiking-Tag" dazu.

Das Modell entspricht dem Modell, dass ich zur Presse-Präsentation am 4. April zum Buch dazu bekommen habe.
An dieser Stelle noch einmal viele Dank dafür und für den gelungen Tag.

Das Modell ist angelehnt an ein ganz frühes, unverglastes Wiking-Modell wie der Sammler Kneule auf diesem Foto eindrucksvoll zeigt.

Das Modell ist seit vielen Jahren fast unverändert immer mal wieder im Handel, aber auch als Sondermodell erhältlich.
Die hellgrauen Räder wirken bei diesem knalligen Modell erstaunlich gut.

Mittlerweile wurde die Bodenprägung etwas geändert.

Zur Präsentation gab es natürlich auch einen Wiking-Kugelschreibeer, der jetzt ebenfalls in Ehren gehalten wird. ;o)

Beim Wiking-Tag zum 85jährigen Jubiläum der Firma Wiking in Lüdenscheid gab es dass Sondermodell dann auch offiziell.
Wie sich jetzt heraus stellte, ist das Modell für diesen besonderen Tag allerdings mit einen Einleger in hellgrau erschienen.

Auf diesem Foto ist zu erkennen, dass es Schachteleinleger in hellgrau und silber gibt.
Der silberne Einleger stammt von der Presse-Präsentation und die hellgrauen Einleger von Wiking-Tag.
Das Modell wird derzeit noch in der Modellwelt in Lüdenscheid angeboten. Lt. Aussage im Wiking-Forum sind diese Modelle ebenfalls in der Schachtel mit Einleger in silber.
Wohl dem, der beide Ausführungen haben muss.
Die Modellwelt lohnt immer für einen Besuch, egal ob dort gerade ein Event stattfindet oder man ganz in Ruhe dort umher schniefen kann.

Die Schachteln vom Wiking-Tag besitzen übrigens alle diesen besonderen holografischen Aufkleber.

Freitag, 14. April 2017

In meinem Bücherschrank (16), Wiking-Autoträume

 Na, wo bin ich wohl? Ja, ihr habt es erraten, in Lüdenscheid.
Ich habe tatsächlich eine persönliche Einladung nach Lüdenscheid zur Firma Wiking erhalten.
Dieser Pylon steht am Eingang zur Sieper-Zentrale an der Schlittenbacher Straße.
Die stilisierten VW Käfer machen richtig was her.

Auf dem Gelände findet sich die SIKU / Wiking Modellwelt, ein Museum zur wechselvollen Geschichte der Modellautofirmen Wiking und SIKU.

Anlass der Einladung war die neue Buchvorstellung von Ulrich Biene.
Das inzwischen 6. Buch aus der Feder vom Haus- und Hof-Autoren.
Zum 85jährigen der Firma Wiking erscheint das Buch pünktlich zum "Wiking-Tag am 29.04.2017 im Handel.
Pressevertreter hatten jetzt die Möglichkeit direkt vor Ort mit dem Autor und Mitverantwortlichen des Verlags und der Firma Wiking in die Diskussion zu gehen.

Also "Herzlich Willkommen"!

Das Podium war besetzt mit dem Buchautor Ulrich Biene, der Geschäftsführung der Sieper GmbH Frau Britta Sieper und dem Pressesprecher des Delius Klasing Verlags Herr Christian Ludewig.

Vor einer kleinen Schar der Fachpresse (ca. 10 Personen) referierte U. Biene zu seinem neuen Buch, über Inhalte und Beweggründe Dinge ins Buch zu nehmen und anderes weg zu lassen.
"Der Perlenfischer der Wikinghistorie" so C. Ludewig hatte einiges zu berichten und natürlich im neuesten Buch für die Sammlerschar und andere interessierte Wikingfreunde zusammen getragen.

Für die Pressevertreter gab es natürlich zur Rezension das neue Buch druckfrisch, fast noch warm aus der Druckerpresse. Dazu eine Pressemappe mit diversen Texten, eine CD zum Buch und zur Wiking-Geschichte und als zusätzliches Goodie das Sondermodell zum 85 jährigen Jubiläum, welches am 29.04.2017 in Lüdenscheid gebührend gefeiert wird,
Zu diesem Anlass wird es das neue Buch auch erstmals in der Modellwelt zu kaufen geben.

Das Format entspricht dem letzten Buch "Meine Wiking-Autos". Also 28,5 x 26,5 cm, in Leinen gebunden mit farbigem Schutzumschlag. Der Schutzumschlag mit dem Titelbild ist oben auf dem Foto zu sehen. Mein persönliches Highlight liegt aber unter dem Schutzumschlag. Die geprägte Schrift und der stilisierte 300 SL (es ist natürlich ein 190 SL, Asche auf mein Haupt! :o() sind schon toll gemacht und spricht für dieses hochwertige Buch.

Auch auf der Rückseite gibt es einiges zu entdecken.
Da hat der Delius Klasing Verlag ganze Arbeit geleistet.
Das mehr als 1,5 Kg schwere Buch besitzt auf 168 Seiten mehr als 600 s/w und farbige Aufnahmen und viele abgebildete Dokumente.
Der Verkaufspreis beträgt 34,90 Euro.
Über die ISBN-Nr. 978-3-667-10998-9 ist das Buch sowohl im Buchhandel aber auch direkt beim Verlag und natürlich auch beim Wiking-Händler um die Ecke bestellbar.
Immerhin gehört der gewichtige Schmöker zur aktuellen Neuheitenauslieferung April 2017.

Geschmökert habe ich einige Tage und möchte Euch verschiedene Passagen aus dem Buch vorstellen:

Nach dem Inhaltsverzeichnis und einem kurzen Intro durch den Autor beginnt das Buch gleich ab Seite 6 mit einem echten Highlight.
Das Diorama mit den mir bis dato unbekannten Häusern der Firma Modelhuse G-O ist gespickt mit feinsten und besonders seltenen Wiking-Autos aus der Ära der Quetschachser.
Auf den hervorragenden Fotos gibt es sooo viel zu entdecken....

"Als bei Wiking alles beginnt: 1932 ist das Jahr der Erkenntnis" so lautet der folgende Beitrag und bezieht sich auf die Gründung der Firma Wiking durch den Schöpfer der Marke Friedrich Peltzer.
Hier finden sich viele Parallelen zu den Büchern von Rüdiger Walsdorff.
Aber auch in diesem Artikel gibt es Fotos, die bisher noch nicht zu sehen waren und das tolle Schaustück der Wiking-Villa an der Adresse "Unter den Eichen 101" gebaut von Hans Werner Gottschalk.
Der Autor zitiert ein Interview der Zeitschrift Modell Magazin mit F. Peltzer das noch im Januar 1981 geführt wurde.
Auf die Frage "Wie sehen Sie die Maßstäblichkeit der Wiking-Modelle?" antwortet Peltzer: "Wir haben im Grunde keinen festen Maßstab. Diese Wiking-Serie wird im angenäherten H0-Maßstab produziert. Alle kleineren Fahrzeuge sind 1:87, alle LKW 1:90."

Es folgt ein eigener Bericht über die "Unverglasten" mit ihrer "ureigenen Ästhetik". In diesem Artikel dürfen auch die wunderschönen Häuser (Phoebus-Kino ud Grandhotel) von Creglinger nicht fehlen.
Ja, die unverglasten Modelle bieten eine ungeahnte Farbenvielfalt im Wiking-Programm.

Der nächste Bericht zeigt ein Schaustück von Vater und Sohn Lilienthal, den Braunschweiger Büssing-Hof. Hier reihen sich bunte Trambusse aneinander und seltene 8000er LKWs.

Alfred Kedzierski widmet U. Biene auch in diesem Buch ein eigenes Kapitel und zeigt viele Handmuster die der Künstler als Urmuster für Wiking schuf.
Dabei zeigt Biene sogar fast ein Original der runden Telefonzelle die in den 50er Jahren u.a. in Hamburg, aber auch in Dortmund zu finden waren.

Immer wieder wirft der Autor einen Blick auf die vielen Dioramen, die auf Sammlertreffen gezeigt wurden. So auch beim Artikel über den Krupp Titan, "der LKW-Schwarm aller Jungen".
Das Schaustück des Speditionshofes, das von Achim Rayen und Klaus Hertmann gestaltet wurde ist förmlich übersät mit den unterschiedlichsten "Titanen".
Warum U, Biene den neuen Krupp Titan als "perfekteste Evolutionsstufe bei Wiking" betitelt, vermag ich nicht so ganz nachzuvollziehen.

Ein Bericht im Buch zeigt die Modellformen, die zunächst aus Messing und später aus Stahl produziert wurden.
Dazu gibt es wieder viel Wissenswertes, Fotos, die es bisher noch nicht zu sehen gab und auch Fotos von Vorserien, die ich mir gut für die Serie vorstellen könnte, wie z.B. der Modellentwurf eines Krupp Titan Möbelkoffer-LKW.

Da die Schiffe in der Wiking-Historie eine prägende Rolle spielten, darf ein Kapitel zu den Modellen natürlich nicht fehlen. Auch hier wechseln großartige Fotos mit alten Dokumenten und Reprints aus alten Zeitschriften.

Die Firma Liliput und Wiking sind irgendwie untrennbar verbunden.
Der Bericht überrascht mit Unbekanntem.

Mir persönlich gefiel dieser Bericht mit am besten. Ein Bastelbogen aus Holland.
Die Firma De Gruyter, ein Lebesmittelhändler in Holland hat passend zur Modellbahn in H0, oder auch passend zu den Wiking-Modellen mehrere Modellbau-Bögen aus festem Karton produzieren lassen und diese als "Snoepje van de Week" zu jedem Einkauf gratis dazu gegeben.
Die Serie der Bögen nannte sich "minidam", angelehnt an die Miniaturstadt Madurodam.
Der holländische Sammler Dick Bron hat daraus eine Stadt entstehen lassen.
Auch wieder so ein Schmankerl, das zum verweilen, gucken und staunen einlädt.

Da ich ja selber auch Foto-Affin bin, hat mir dieser Artikel ebenfalls sehr gut gefallen.
Der Wiking-Sammler und Fotograf Peter von Maikowski durfte Anfang der 70er Jahre bei Wiking fotografieren.
Sein Gesellenstück zur Fotografenausbildung zeigt in einem Buch den Produktionsprozess bei Wiking.
So entstehen einzigartige Bilder, die es bisher nicht zu sehen gab.
Nun durften diese fotografischen Zeitzeugen erstmal veröffentlicht werden.

In diesem Beitrag lässt der Autor den Optiker Böhler in Marburg zu Wort kommen, der seit den späten 30er Jahren neben optischen Artikeln und Brillen auch Spielzeug und Modellbauartikel verkauft. Natürlich gehörten Wiking-Schiffe dazu. Bis 1968 fährt das Geschäft zweigleisig. Dann, mit dem Generationswechsel "folgt der Familienbetrieb dem Trend der Zeit und beschränkt sich fortan auf die Augenoptik".
Ein spannender Artikel, der den interessierten Sammler ein Stück in die Vergangenheit führt.
Ich musste zumindest daran denken, wo ich früher meine Modelle gekauft habe. Dort gab es neben den Wikingern auch alles zum basteln und werken. Dazu gab es Zeitschriften und wenn ich mich recht entsinne sogar eine Lottofiliale. Heute gibt es das Geschäft leider nicht mehr, wie so viele Modellbau- und Spielwarengeschäfte.

Wer hat schon einmal diesen Verkaufsständer gesehen?
Er gehörte in ein VW-Autohaus um den potentiellen Käufern anschaulich zu vermitteln, welcher Bulli mit welcher Lackierung und Polsterbezügen zu kaufen war.
In dem Kapitel geht es eben nicht nur um die großen Wiking-Modelle im Maßstab 1:40, sondern auch um die Funktion der Modelle als Verkaufshilfe.
Oder auch darum, wie eine VW-Vertretung in Amerika am sinnvollsten anzulegen sei.
Aber ich will hier nicht zu viel verraten. Schaut es Euch selbst an. ;o)

Es folgt ein weiterer Bericht über große Modelle und die Esso-Tankstelle, die ebenfalls in den 50ern bei Esso als Werbemodell-Bausatz erhältlich war.
Kundenbindung die auch heute z.T. noch funktioniert.

Der nächste Artikel dreht sich um die kindgerechte Modellwelt. Der Autor zeigt darin eine Parkgarage, aber auch ein Diorama von C. Neumann mit einer Lego-Straßenplatte und natürlich Lego-Häusern, aber auch Zubehör diverser Hersteller.
Um mit Wikingautos zu spielen, bedarf es einfach nur etwas Kreativität! :o)

"Es muss kein Thyssen-Tanker sein". Mit diesem Kapitel zeigt der Autor, dass eine Sammlung nicht nur Serienmodelle beherbergt, sondern auch Unikate und andere Raritäten, die für viele Sammler erst das Salz in der Suppe sind. Dass es eben nicht immer die blaue Mauritius sein muss, sondern manchmal schon ein besonders schöner Händlerkarton oder ein voll bestückter Werbekarton oder auch eine originale Tube Wiking-Klebstoff, dem wird wohl jeder Sammler zustimmen.

Ein Wiking-Buch ohne die Flugzeuge im Maßstab 1:200 wäre wohl nicht vollständig. Der Autor geht insbesondere auf die Silberlinge ein, mit denen Peltzer in den 50er Jahren einen Neustart wagen wollte, dies von den Kunden aber nicht angenommen wurde. Schade eigentlich. Die Holzmodelle aus der Hand von A. Kedzierski würden sich als Kunststoffmodelle bestimmt gut in der sammlung machen?!

Auch ein besonderes Schmankerl ist dieser Beitrag, der sich um die Umstellung von Links- auf Rechtsverkehr in Schweden im Jahr 1967 dreht.
Wie kann man diesen komplizierten Vorgang besser erklären als mit Wikng-Autos?
Der Zeitzeuge Hans Berglund erinnert sich an die Zeit und berichtet zusammen mit dem Autor.
Der Beitrag zeigt neben kleinen Dioramen auch viele zeitgeschichtliche Dokumente.

Es folgt ein Bericht zu den kubischen Mercedes-Benz Modellen, gefolgt von einem längeren Beitrag zu Wiking-Plagiaten im engeren und weiteren Sinn. U. Biene zeigt darin tolle Fotos von z.B. Modellen der Firma Marx-Toys, die auch für langjährige Sammler sicher noch die eine oder andere Neuheit liefert. Neben den Modellen von Marx zeigt der Autor Modelle von EKO (klar!), von Jouef, Ribeirinho und Lemeco, von BVC, von Lima und Anguplas, den Büssing Trambus von Blue Box und sog. Kaufhaus-Modelle von z.B. Smart Toys.
"Nur die besten Vorbilder finden ihren Plagiator"!

Es folgt ein weiterer Bericht mit einem Autobahnbau-Diorama aus der handwerklichen Schmiede von A. Rayen und K. Hertmann mit ebenfalls tollen Fotos und einigen Vorbildfotos zum Kaelble Muldenkipper oder auch der Planierraupe.

Ein Beitrag beschäftigt sich ausgiebig mit Wiking-Feuerwehr Modellen und den entsprechenden Feuerwehrhäusern der verschiedenen Modellbaufirmen. Wer kennt nicht das Dilemma mit dem Feuerwehrhaus von Faller B-268. Ein Magirus LF16 will partout nicht hinein passen.
Der Autor hat aber im Faller-Magazin 75, April 1970 die passende Bauanleitung gefunden um das Gerätehaus nach hinten zu verlängern.
Auch die Gerätehäuser von Vau-Pe und Plastic Model werden vorgestellt. Bei letzterem liegen die Wiking-Modelle sogar schon bei.

Der letzte Beitrag des Buches beschäftigt sich mit der Spedition Karl Dischinger, der Findigen Ide von Faller die Speditionshalle nachbauen zu wollen und natürlich mit den dazu passenden Wiking LKWs.

Die letzten Seiten des Buches sind einem Zeitstrahl gewidmet der in Form von Daten und vielen Fotos die Geschichte von Wiking ab den 30er Jahren bis in Jahr 2017 nachzeichnet.

So, jetzt weiß der Wiking-Sammler in etwa, was ihn im Buch erwartet.
Meine Erwartung an dieses Buch war eine andere. Ich hatte vermutet, dass der Autor anhand eines roten Fadens die Geschichte Wikings und besonders die Zeit nach der Übernahme durch die Firma Sieper nachzeichnet. Zumal das Buch ja zum 85jährigen Jubiläum erscheint.
Bin ich enttäuscht worden??
Nein, denn dieses Buch liefert zwar nicht den roten Faden, wohl aber viel neues zum Thema Wiking und den Spielarten drumherum, seien es die Dioramen die im Buch gezeigt werden, oder seien es die Anekdoten der verschiedenen Protagonisten, oder auch die Art und Weise wie man sich der Sammelleidenschaft Wiking nähern kann.
Ist dieses Buch für den Einsteiger geeignet?
Sowohl als auch!
Es gibt für den Einstieg in die Materie vielleicht andere Bücher des Autors die dafür geeignet sind. Aber auch dieses Buch kann den Einsteiger, wie auch den Fortgeschrittenen Sammler anfixen.
Auf jeden Fall ist es wieder ein prächtiges Bilderbuch mit hervorragenden Fotos.
Textlich merkt man immer wieder den Werbetexter heraus. Dass tut dem Buch aber keinen Abbruch! ;o)
Ein sprachliches Highlight möchte ich Euch nicht vorenthalten:
"Gleich drei Wünsche befriedigt WIKING von Beginn an: Die Miniaturen passen zur prosperisierenden Modellbahn der Baugröße H0, entwickeln aber bereits in den Hosentaschen Tausender Schuljungen in Deutschland ein Eigenleben und können überdies noch zur Verkehrserziehung genutzt werden."

Es ist ein großartiges, lesenswertes und hochwertiges Buch zu einem erschwinglichen Preis.
Die Veröffentlichung der Buchseiten erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors Ulrich Biene.
Vielen Dank.

P. S.: Hier gibt es übrigens Eindrücke von meiner frostigen bis sonnigen Fahrt ins Sauerland! :o)