Sonntag, 7. Juli 2019

OWL Modellauto-Stammtisch, Juli 2019

Am Freitag war mal wieder Stammtisch der Modellautosammler OWL mit Schwerpunkt Wiking Modellautos.
Zum Glück war es insgesamt etwas kühler und obwohl sich einige Sammelfreunde im Vorfeld schon abgemeldet hatten fanden sich doch einige Sammler zum Treffen und quatschen sowie mit einer erkläglichen Anzahl von Modellen ein.

Ein Sammler war extra für das treffen auf den Dachboden gestiegen um seine Modelle zu sichten und hat dabei erstaunliche Dinge gefunden, die er uns erfreulicher Weise nicht vorenthalten wollte.

Ein Wiking Glaskäfer mit orangen Sitzen und 2 Figuren.
Ob diese Zusammenstellung original ist, müssen die Fachleute klären.
Dahinter der Bulli existiert nur noch als Fragment und ist ordentlich bemalt. Aber im Inneren waren noch die tollen Figuren zu erkennen.

Ein Angehöriger des Sammlers hat früher bei VW gearbeitet und dort die Modelle bekommen, sowie jede Menge Literatur. Diese lagen bald 40 Jahre auf dem Dachboden gut verpackt und sehen heute noch aus wie neu.

Die Karmänner sind neueren Datums aber die Broschüren sind aus den 50er/60er Jahren.

VW T1. Beim Pritschenbulli fehlt eine Stoßstangen-Ecke, darum muss er wohl zum Kundenberater. Auch beim Samba-Bus fehlt an der Stoßstange eine Zierleiste, die der Kundenberater problemlos in einer Teileliste finden konnte.
😉
VW 1600 als Limousine und Kombi.

Weil er so schön ist, darf der Glaskäfer alleine vor die Linse.
Selbst die fehlende Stoßstangenecke schadet dem Schmuckstück nicht.

Eine neue Stoßstange konnte der Kundendienstberater auf die Scnelle nicht auftreiben.

VW K70 von Cursor. Steht auch nicht an jeder Straßenecke.

Auch die T2 sind allesamt von Cursor/Renner

Eine kleine, oder auch große Rarität (je nach Blickwinkel) ist der Jenewein Ascher aus Rauchglas mit aufgedrucktem Käfer in hellblau.

Auf einer dunkelen Unterlage sieht er so aus....

...und gegen Licht betrachtet so.
Der Sammler dieser Preziose kann sich noch an seine Kindheit erinnern als das gute Stück zu Hause stand und er es immer wieder fasziniert gegen das Licht betrachtete.
Was vermutlich strikt verboten war, da es hätte zu Bruch gehen können!

Betrachtet man den Ascher von der Rückseite wird das Gemälde zum Negativ.
Die Fotos sind mit freundlicher Unterstützung des Eigentümers entstanden. Meine Hände haben so gezittert, dass ich befürchtete, ich wäre der erste dem das Glasgebilde zu Boden fällt!😊

Ein Blick in die Teileliste.

M wie Motor
R wie Rahmen

Als es bei VW noch sauber zuging! 😉
Reparaturanleitung ohne Öl und Dreck.

Beim Blick auf den Kundendienstberater musste ich unwillkürlich an Peter Alexander denken.
Kennt den noch jemand?

Info-Broschüre für den "kleinen Kundendiensberater".

Der Mann mit der "weißen Weste", nee, sieht eher aus wie ein Arztkittel. Der Mann dem die Kunden vertrauen!
Besonders schön sind die kleinen Männchen, die die Broschüre begleiten. Erinnern ein bißchen an die Männchen auf den alten Wiking-Kartons.

Überall nach dem rechten schauen und mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Die Aral Entfernungstabelle. Unentbehrlicher Begleiter für die Urlaubsplanung und zur Auffrischung von Verkehrszeichen.

Viele dieser Schilder kommen mir bekannt vor.
Die habe ich hier bei den Fahrschulmodellen von Schneider-Garthe gezeigt.
Ob die sich bei diese Liste von Aral inspiriert haben?

DerAdler Trumpf Junior war ein klassischer Kleinwagen der Adler Werke in Frankfurt.
Der Sammler zeigte hier diesen Einfahr- und Überwachungs-Dienst Plan.

Scheckheft gepflegt

Alle Kontrollen durchgeführt. Ob das Fahrzeug überlebt hat ist nicht überliefert.

Büssing Blechbus von Kovap.
Das Modell wurde laut Besitzer bei IKEA gekauft.

Ein anderer Sammler zeigte in Kooperation Berlin-Busse auf einem Stadtplan Liniennetz von Oktober 1974.

So sieht es aus. Der Stadtplan ist noch wie neu

Eine tolle Idee die typischen Berlin-Busse wirkungsvoll in Szene zu setzen.

Selbst eine Straßenbahn fehlt nicht.

Laut dieser Website von Lutz handelt es sich beim DAN-AIR um ein Pseudo-Werbemodell.

Ist mir gar nicht in Erinnerung.

We arrive Berlin Tegel!😉
Irgendwann gibt es bei "Ver-Flix-t" auch noch Straßenbahnen.

Da mein Stammtisch-Dealer am heutigen Tag verhindert war konnte ich meine Neuheiten noch nicht im Empfang nehmen und musste mit den Fotos vorlieb nehmen.
Einhellige Meinung zum Kipper: den hat Wiking toll hinbekommen!

Ein feiner Kipper. Ich freue mich schon auf mein Modell.

Auch neu.

Kaum ausgeliefert schon umgebaut. Unser Bastel-Wastel hatte wieder einige Kreationen im Gepäck.😉

Der schreckt auch nicht vor neuen Beschriftungen zurück.

Es folgen lauter farblich passende Magirusse! 😉

weißgrau mit rotbraun

weißgrau mit grün, der wohl bekannteste von allen?

weißgrau mit olivgrau

olivgrau mit olivgrau

azurblau mit olivgrau

azurblau mit hellgrau

grauweiß mit hellolivgrün
Achtung, anderes Fahrerhaus1

olivgrau mit creme
P.S.: Mit Farben habe ich es nicht so. Darum entschuldige ich mich jetzt schon falls die Farbangaben nicht korrekt sein sollten.😊

auf Wunsch eines einzelnen Herrn folgen hier unkommentiert Fotos einer Gegenüberstellung.





Ich hoffe, alle Klarheiten beseitigt? 😉

Der Stapler-Stapler stapelt auch Danish-LKWs

Bunt beschriftet aus der Hand des Bastel-Wastel.

Mein Favorit ist der Auflieger von Eylert.

Auch schön

Gleich vorne ein aufwendiger Umbau.

Na, wer hatte die wohl mit?

Aus verschiedenen Perspektiven.

Opel Blitze an Margarinefiguren.

Porzellanfiguren

Und Motorräder, die meist auf Modellauto-Stammtischen völlig unterrepräsentiert sind!😥

Das war der Rundgang über den Stammtisch der zwar mit nur wenigen Sammlern nicht besonders gut besucht war, aber doch einiges zu bieten hatte.
Ein Sammler hatte mir extra zum Spielen noch einmal den SIKU Kran mitgebracht, den ich ausführlich befummeln und bespielen durfte. O-Ton: "Wenn was kaputt geht kannst Du den behalten!"
Die Versuchung war groß, aber nee, der ist heil beim Sammler geblieben! 😉
Vielen Dank für das Spielerlebnis!

Der nächste Stammtisch findet weit nach den Sommerferien am 20.09.2019 an gleicher Stelle ab 19:00 statt.
Schon mal vormerken!

Mittwoch, 3. Juli 2019

In meinem Bücherschrank (23) Bitte volltanken! Tankstellen-Kultur in Nordrhein-Westfalen

Es gibt ein neues Buch aus der Feder von Ulrich Biene.
Nach dem Buch Gasolin, Nimm Dir Zeit - und nicht das Leben aus dem Delius Klasing Verlag nun ein weiteres Tankstellen-Buch, bzw Benzin-Buch für alle, die selbiges im Blut haben, so wie der Autor!
Der nun vorliegende Bildband erscheint nicht im o.g. Verlag sondern im KLARTEXT-Verlag.
Fest gebunden im DIN A4-Format bietet das Buch auf 160 Seiten zahllose farbige aber auch sw-Fotos. Zum Preis von 29,95 kann das Buch beim Verlag bestellt werden.
"Klartext ist ein Verlag, der zu regionalen Themen und bestimmten Spezialgebieten, hauptsächlich aus dem Bereich der Geschichte und Zeitgeschichte, seine Leserschaft findet. Bei den regionalen Titeln stehen Nordrhein-Westfalen und das Ruhrgebiet im Mittelpunkt."

Damit erklärt sich, warum der Autor sein neues Buch bei KLARTEXT veröffentlicht hat, denn der Titel lautet ja "Tankstellen-Kultur in Nordrhein-Westfalen.
Also quasi meine Heimat!😉

So sieht das neue Ulrich Biene Buch aus

Und so die Rückseite mit allen wichtigen Daten wie ISBN 9783837 519877 und dem Preis 29,95 Euro

Als alles begann: Die ersten Pumpen an Rhein und Ruhr.
Da darf ein Foto des Grosstankdienst in Minden, meine Kreisstadt nicht fehlen!

Spontan fiel mir dazu ein Foto ein, als Bertha Benz mit der Motorkutsche zur Apotheke fuhr um Benzol zu tanken.

 Es folgt die Zeit des Wirtschaftswunders, NRW macht mobil.

Das Buch zeigt viele Tankstellen in unterschiedlichster Aufmachung.
Meist sind die Seiten zusätzlich garniert mit kleinen Prospekten oder eben Fotos von Ölkannen oder so wie hier Ölschränke oder anderen Gimmicks.

Ein Bericht über den Kinofilm "Die 3 von der Tankstelle" darf in so einem Buch nicht fehlen.
Auch bei diesem Schmankerl hat der Autor noch Wissenswertes recherchiert.

Natürlich gibt es in NRW nicht nur pulsierende Großstädte, sondern auch ländliche Regionen, die mit Benzin und Schmierstoffen versorgt werden müssen.

Welches Foto würde zu dem Thema nicht besser passen als das hier gezeigte?
Warum ausgerechnet die Berliner Hedwigshütte den Kraftstoff für die Tanke im Münsterland anliefert...?

Ein Bericht über Rheinpreussen findet der geneigte Leser selbstverständlich ebenfalls.
Anhand des Tankstellenpächters Meusel aus Bockum-Hövel und seiner Gattin zeichnet der Autor die wechselvolle Geschichte der Firma Rheinpreussen nach, die Ende der 50er Jahre in die DEA wechselt, dann zu Texaco und schließlich wieder zu DEA (Deutsche Erdöl AG). Die Story liest sich wie ein Roman.

Natürlich gibt es dazu wieder ein Foto mit Wiking-Anteilen.

Im Buch findet der Leser zahlreiche tolle Fotos von altertümlichen aber auch sehr modernen Tankstellen passend zur damaligen Zeit.
Wir sind immer noch in den 50er Jahren.

Schemazeichnungen und Entwürfen von Tankstellen im sog. Corporate Identity Design gibt es ebenfalls reichlich im Buch zu begucken.

Hier die alte Tanke von Wiking, begleitet von ihrem Spur N Pendant von Arnold.

Und hier als Wiederauflage durch den PostMuseumsShop.

Von NITAG habe ich noch nie etwas gehört.
Der Autor widmet dieser Mineralölfirma ein extra Kapitel, weil das kurze Intermezzo von Nitag rasch in der Firma Gasolin aufgeht.
Gasolin verschwindet in den 70er Jahren unter dem Dach der BP.

Auch über die dienstbaren Geister der Tankstellen, die Tankwarte findet der Leser etwas im Buch.
Diensleistungen gehörten in jenen Jahren selbstverständlich zum Service der Tankstellenpächter und sorgten so für treue Kunden.

Den eifrigen Tankwart symbolisiert hier der Mann mit Latzhose und aufgekrempelten Ärmeln von Raulino.

Ein Kapitel berichtet, wie das Mineralöl zur Tankstelle kommt.

Der Autor zeigt dazu seitenweise Tankfahrzeuge überwiegend in sw aber auch einige in Farbe.

Es folgt die Geschichte rund um die Firma Westfalen.
Dort gibt es das gezeigte Foto des Parkhaus im Münster.

Zeit für ein paar Tankstellen-Fotos.
Hier der Bausatz der Firma Busch mit einer Esso Tankstelle im Stil der 60er Jahre.

Und hier die kleine Esso-Tankstelle mit passenden Tankwarten von Wiking.

Weiter geht es mit dem Kapitel "Mobilität und Statussymbol bewegen das ganze Land, Autoverkehr in NRW: Mit Käfer und DKW vom Ruhrpott an die Adria"
Mit dem Aufblühen der Wirtschaft kam für die Bevölkerung der Wohlstand. Den zeigte man gerne mit einem entsprechend schicken und Chrom glänzenden Automobil.

Natürlich mussten die Fahrzeuge gepflegt und gewartet werden.
Ein weites Betätigungsfeld für die Tankstellen im Land.
Und nicht nur dass, an der Tanke nebenan gab es auch für den Urlaub die passende Reisekarte an die See oder in die Berge.
Auf der Suche nach immer neuen Kunden mussten sich die Mineralöl-Firmen etwas einfallen lassen.
Wer war besser geeignet für den Kundenfang als die Kinder des Kunden?

So buhlten fast alle großen Firmen mit Sammelaktionen in Form von Oldtimer-Bildern, Fußball-Sammelbilder zum einkleben oder Sammlermünzen mit Automotiven, Raumfahrt oder auch Fußballern z.B. zur Mexico-WM 1970.
Auch dazu findet sich ein Kapitel im Buch.

Meine Münzsammlung von Shell.

Die gleichen Münzen konnten auch in dieses Rennspiel eingesteckt werden.

Die Rückseite gibt Aufschluss über die zu sammelnden Fahrzeuge.

Münzen gab es wie o.g. in silber aber auch in gold wie z.B. die Geschichte zur Eroberung des Himmels.
Auf der Rückseite gibt es wieder etwas Infos zu den Fliegern und Raketen.

Der Hinweis auf Miniaturmodelle darf in einem Buch über Tankstellen nicht fehlen und so zeigt Ulrich Biene einige besondere Stücke von SIKU im Buch.

Mit diesem stimmungsvollen Foto beschließe ich den Foto-Reigen zum neuen Tankstellen-Buch von Ulrich Biene.

Es ist und war ein Freude in diesem schönen "Bilderbuch" zu blättern, zu schmökern und bei den vielen tollen Fotos zu verweilen.
Da kommen Erinnerungen an die Zeit der 60er und 70er Jahre hoch als ich noch klein war und meine ersten Klebebilder in die Bücher von Esso eingeklebt habe und meine ersten Shell-Münzen aus kleinen Papiertütchen prokelte und doppelte mit anderen Kindern auf dem Schulhof tauschte um irgendwann die Karte zu komplettieren.
Besonders in Erinnerung sind mir noch die autofreien Sonntage, wo ich mit den Geschwistern gefahrlos auf der Straße Rollschuh laufen konnte.
Das Gespenst Ölkrise ging um.

Fazit: Der Autor Ulrich Biene hat hier wieder ein prima, hochwertiges Buch vorgelegt, dass nicht nur Modellautosammler anspricht, sondern alle, die mehr als einen Tropfen Benzin im Blut haben.
Die Geschichten rings um die Mineralölfirmen und die Tankstellen sind aufwendig recherchiert und locker-flockig im Erzählstil geschrieben.
Es macht Spaß sich durch das Buch zu lesen. Immer gibt es etwas neues zu entdecken und hin und wieder führt das eine oder andere zum Aha-Erlebnis, wenn man sich z.B. daran erinnert, dass man als Knirps auch so ein ARAL-Biegemännchen zum spielen hatte.
Lieber Ulrich, dass hast Du wieder fein hingekriegt!